Arbeitsgericht zwingt MBC: Basketball-Legende Bryant erhält sofortige Freigabe
MBC verliert vor Gericht: Bryant erhält sofortige Freigabe

Krachende Niederlage für Basketball-Pokalsieger vor Arbeitsgericht

Der Mitteldeutsche Basketball Club (MBC) hat eine schmerzhafte juristische Schlappe einstecken müssen. Das Arbeitsgericht in Halle hat am Mittwoch, dem 11. Februar 2026, in einem dringlichen Verfahren entschieden, dass der Bundesligist seinem langjährigen Spieler John Bryant die sofortige Freigabe erteilen muss. Diese war dem 38-jährigen Profi wochenlang verweigert worden, obwohl der Klub sich bereits zu Jahresbeginn überraschend von ihm getrennt hatte.

Disziplinarische Gründe und verhärtete Fronten

Die Trennung erfolgte laut Vereinsangaben aus disziplinarischen Gründen. Doch während der MBC Bryant gehen ließ, verweigerte er gleichzeitig die Freigabe für einen Wechsel zu einem anderen Verein. Der Grund für diese Blockadehaltung: Beide Parteien konnten sich nicht auf die Höhe einer Abfindung einigen. Bryants Vertrag bei den Weißenfelsern läuft eigentlich noch bis Ende Mai 2026.

„Eine Zustimmung zum Transfer wollte der Verein nur erteilen, wenn sich Bryant im laufenden Kündigungsschutzprozess zu nicht vertretbaren Konditionen geeinigt hätte. Darauf wollten wir uns nicht einlassen“, erklärte Bryants Anwalt Herrlin Markja in einer Stellungnahme.

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Zeitdruck durch Transferfrist

Für den erfahrenen Center wurde die Situation immer brisanter, da die Transferfrist in der Basketball-Bundesliga am 15. Februar 2026 endet. Ohne eine gerichtliche Entscheidung hätte Bryant den Rest der Saison 2025/26 nicht spielen können. Deshalb beantragte sein Rechtsvertreter ein Eilverfahren, das am Gerichtstag in Naumburg mit leichter Verspätung um 11:45 Uhr begann.

Interessant ist die Präsenz bei der Verhandlung: Während John Bryant persönlich vor Ort war, ließ sich der MBC lediglich durch einen Rechtsanwalt vertreten. Dies unterstreicht die angespannte Beziehung zwischen dem Spieler und seinem ehemaligen Arbeitgeber.

Erleichterung für die BBL-Legende

Das Urteil bedeutet für Bryant endlich handlungsfähige Freiheit. „Ich bin sehr erleichtert über das Urteil“, sagte der Profi nach der Verhandlung. „Endlich kann ich das machen, was ich liebe: Basketball spielen.“ Der Center hat bislang 16 Spielzeiten in der Basketball-Bundesliga absolviert und gilt als eine der prägenden Figuren der Liga.

Allerdings ist mit diesem Urteil nur ein Teil des Konflikts gelöst. Über die finanzielle Abfindung wurde bewusst nicht entschieden. Diese Frage wird in einem separaten Verfahren zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt. „Wir wollten die Freigabe. Das war wichtig. Alles andere wird später geklärt“, so Bryants Anwalt zu der strategischen Entscheidung.

Wochenlange Verhandlungen ohne Einigung

Dem gerichtlichen Erfolg gingen wochenlange, ergebnislose Verhandlungen voraus. Beide Seiten lagen bei der Abfindungssumme weit auseinander. Bryant bestand darauf, sich nicht mit einer geringen Zahlung zufriedenzugeben, da er sich nach eigener Aussage nichts vorzuwerfen habe. Der Klub hingegen spekulierte offenbar darauf, den Spieler durch den Zeitdruck der Transferfrist zu einem für den Verein günstigen Kompromiss zu drängen.

Diese Taktik ging jedoch nicht auf. Das Arbeitsgericht folgte der Argumentation von Bryants Anwälten und ordnete die sofortige Freigabe an. Damit kann der erfahrene Center nun noch vor Ende der Transferperiode einen neuen Verein finden und seine Karriere fortsetzen.

Für den MBC bedeutet das Urteil nicht nur einen sportlichen Verlust, sondern auch einen Imageschaden. Der Pokalsieger muss sich nun fragen lassen, warum er einen Spieler mit 16 Jahren BBL-Erfahrung zunächst entließ und dann an einem Wechsel hinderte. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie beide Seiten mit der weiteren finanziellen Auseinandersetzung umgehen werden.

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