Basketball: MBC verpasst Europapokal-Finale in eigener Halle
Weißenfels - Tristesse statt Triumph in der Stadthalle: Der Syntainics MBC hat das Finale der European North Basketball League (ENBL) und damit die Chance auf einen zweiten Europapokal-Sieg als erster deutscher Club verpasst. Der Bundesligist aus Weißenfels musste sich im Halbfinale vor heimischem Publikum überraschend dem Außenseiter Manchester Basketball mit 86:89 (49:42) geschlagen geben.
Frühe Führung und späte Enttäuschung
Lange sah es nach einem sicheren Einzug ins Finale aus: Der MBC führte bis in die Schlussphase des Spiels deutlich und konnte zeitweise einen zweistelligen Vorsprung herausspielen. Besonders die Leistungen von Khyri Thomas, der mit 23 Punkten bester Scorer der Wölfe war, und Spencer Reaves bereiteten den Gästen aus Manchester erhebliche Probleme. Doch in den entscheidenden Momenten fehlte den Weißenfelsern der letzte Biss.
Manchester zeigt mehr Kampfgeist
Der erst 2024 gegründete Club aus England bewies in der Schlussphase mehr Durchsetzungsvermögen. Nachdem der MBC im dritten Viertel zu lässig agiert hatte und Manchester auf drei Punkte herangerückt war, gelang den Gästen knapp drei Minuten vor Spielende die entscheidende Führung. Trotz einer Auszeit von Trainer Milenko Bogicevic konnte der MBC die Wende nicht mehr erzwingen.
Historischer Kontext und Ausblick
Damit bleibt der 2004 gewonnene Fiba Europe Cup der einzige internationale Titel des MBC. In der aktuellen ENBL-Saison hatte die Mannschaft die Ligaphase noch als Tabellenerster mit 7:1-Siegen abgeschlossen und auch das Viertelfinale souverän gemeistert. Das Final Four in der eigenen Halle sollte eigentlich der Höhepunkt der Europapokal-Saison werden.
Nun geht es für die Wölfe am Donnerstag um 17:00 Uhr im kleinen Finale gegen CSO Voluntari um den dritten Platz. Der Titelverteidiger aus Rumänien hatte sein Halbfinale ebenfalls überraschend mit 80:87 gegen Dziki Warschau verloren. Interessant dabei: Gegen Voluntari musste Weißenfels in der Ligaphase die bisher einzige Niederlage der ENBL-Saison hinnehmen.
Individuelle Leistungen und verpasste Chancen
Für Routinier Nemanja Djurisic, der mit einem hart erkämpften Korb noch eine komfortable Halbzeitführung sicherte, wäre es der zweite Triumph in der ENBL gewesen. Der Montenegriner hatte den Pokal bereits 2023 mit seinem damaligen Verein Stal Ostrow Wielpolski gewonnen. Doch letztlich halfen auch die 2.300 begeisterten Fans in der Stadthalle nicht, die Wende herbeizuführen.
Die Enttäuschung in Weißenfels ist groß, nachdem der Traum vom Europapokal-Finale in eigener Halle so nah schien. Manchester Basketball hingegen feiert den Einzug ins Finale und beweist, dass auch neu gegründete Clubs in internationalen Wettbewerben mithalten können.



