Nowitzki fordert strengere Regeln für NIL-Deals im US-College-Basketball
Deutschlands Basketball-Ikone Dirk Nowitzki hat sich deutlich zur aktuellen Debatte um die sogenannten NIL-Deals an US-Colleges geäußert und sieht dringenden Handlungsbedarf. Der ehemalige NBA-Champion von 2011 erklärte am Montag in Berlin, dass in Zukunft „noch ein paar Regeln dazukommen“ müssten, um die Situation zu ordnen.
„Alles noch ein bisschen zu wild“
Nowitzki, der den US-Basketball regelmäßig als TV-Experte verfolgt, beschrieb die aktuelle Lage als „noch ein bisschen zu wild“. Er betonte, dass die Spieler die Möglichkeiten zwar aktuell ausnutzen würden – was auch ihr Recht sei –, aber dies zu einem unkontrollierten Wechselspiel führe. „Spieler hüpfen von einem College ans nächste, weil da ein bisschen mehr bezahlt wird“, so der 47-Jährige. Dadurch entstünden fast schon Profimannschaften, die sich Talente aus der ganzen Welt zusammenholen.
Für den Weltverband FIBA sowie die Vertreter der Colleges gelte es nun, mit dieser Entwicklung zurechtzukommen. Nowitzki verwies dabei auf zahlreiche deutsche Talente wie Ivan Kharchenkov (ehemals Bayern München) oder Hannes Steinbach (ehemals Würzburg Baskets), die im Vorjahr an US-Colleges gewechselt sind. Dort können Spieler durch die Vermarktung ihrer Namen- und Bildrechte erhebliche Summen verdienen und stehen gleichzeitig besser für eine NBA-Karriere im Rampenlicht.
Auswirkungen auf den internationalen Jugendbasketball
Der Basketballstar machte deutlich, dass das NIL-System nicht nur die US-Colleges, sondern die gesamte internationale Jugendbasketball-Szene verändert habe. „Es ist natürlich ein bisschen schade, nicht nur für die Klubs in Deutschland, sondern überall, dass mit 18 Jahren die ganzen Talente wegrennen“, führte Nowitzki aus. Wenn junge Spieler in Deutschland ein bestimmtes Gehalt erhalten, aber durch NIL-Deals das Zehn- oder Zwanzigfache verdienen könnten, sei die Entscheidung der Jugendlichen klar nachvollziehbar.
Gleichzeitig hob Nowitzki die exzellenten Entwicklungsmöglichkeiten im US-Collegesystem hervor. „Da gibt es sehr, sehr gute Programme, sie haben sehr viele Ressourcen. Die Hallen, die Trainingsmöglichkeiten, die Coaches. Da ist schon alles vorhanden, dass man sich da gut entwickeln kann“, erklärte er. Diese Infrastruktur biete jungen Spielern ideale Bedingungen für ihre sportliche Weiterentwicklung.
Kritik aus der Bundesliga und Zukunftsperspektiven
In der deutschen Basketball-Bundesliga hatte es bereits Kritik an den NIL-Deals gegeben, da sie zu einem Abfluss junger Talente führen. Nowitzki betonte jedoch, dass sowohl der Weltverband FIBA als auch die Collegevertreter nun Lösungen finden müssten, um mit den neuen Gegebenheiten umzugehen. Seine Prognose: Die derzeitige Wildwest-Atmosphäre werde durch strengere Regulierungen eingedämmt werden müssen, um sowohl den Spielern als auch den Vereinen weltweit faire Bedingungen zu bieten.



