Extremtour mit dem Rennrad: Mecklenburger kämpft sich durch Eis und Schnee bis zur Sahara
Extremtour: Mit dem Rad durch Eis und Schnee zur Sahara

Extremtour mit dem Rennrad: Mecklenburger kämpft sich durch Eis und Schnee bis zur Sahara

Er wollte wissen, „was mein Körper aushält“: Mit dieser Motivation startete Ronny Rößler aus Woldegk eine außergewöhnliche Radtour, die ihn von Deutschland bis an den Rand der Sahara führte. Der 44-jährige Extremsportler legte dabei etwa 3300 Kilometer zurück und meisterte extreme Wetterbedingungen wie Regen, Kälte und Schnee.

Eisige Herausforderungen und tägliche Strapazen

Bereits in den ersten Nächten in Deutschland bekam Ronny Rößler die volle Härte des Winters zu spüren. Der seit über 13 Jahren in Berlin lebende Sportler musste sein Rennrad sogar bergabwärts durch Schnee steuern, nachdem er eine ganze Nacht bitterlich gefroren hatte. Sein Schlafsack war am nächsten Morgen von einer Schneedecke bedeckt. Nächte mit Temperaturen um 6 Grad Celsius gehörten zu den wärmeren, und das war der Radreisende schon in Tunesien.

Der gebürtige Woldegker brach extra früh im Jahr, im März, auf, um seine Grenzen auszutesten. „Ich hatte dieses Mal ein Zelt dabei, das hat mir geholfen“, erklärt der Berliner. Denn nass war es eigentlich immer: Regen, Schnee, Frost und Tau begleiteten ihn auf seiner Tour. Insgesamt war der Extremsportler 19 Tage unterwegs und absolvierte täglich etwa 175 Kilometer.

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Disziplin und Durchhaltevermögen

Um durchzuhalten, musste Ronny Rößler all seine Disziplin aufbringen. „Es war schwer, morgens hochzukommen und weiterzumachen“, gesteht der 44-Jährige. Immer um 5 Uhr klingelte der Wecker. Eine Stunde lang packte der Radreisende in aller Ruhe seine Sachen zusammen und verstaute sie. Geholfen hat ihm dabei italienische Musik. „Beim Hören habe ich mich auf das wärmere Italien gefreut“, so der Berliner.

Auch technische Herausforderungen musste der Sportler meistern. Für den Handyakku, über den er navigierte, war es einfach zu kalt. Immer wieder musste er in Tankstellen einkehren, um das Gerät aufzuwärmen. Die Kleidung war ebenfalls entscheidend: Handschuhe, Maske, Mütze und mehrere Lagen waren ein Muss, um sich tags- und nachtsüber angemessen zu schützen.

Alpenüberquerung und italienische Entschädigung

Besonders schwierig wurde es im Bereich des Reschenpasses in den Alpen. Der Extremsportler musste sogar schieben. Dafür ging es dann am nächsten Morgen auf frisch gefallenem Schnee wieder hinunter. In dieser Nacht musste Ronny Rößler Minus 5 Grad Celsius ertragen. Zum Glück hatte er eine Hütte entdeckt, in die er sich zurückziehen konnte. „Es war das Adrenalin in meinem Körper, das mich das durchhalten ließ“, erklärt er.

Es folgte eine wunderbare Tour durch Italien. Dort war es zwar lange nicht so warm, wie der gebürtige Woldegker es sich erhofft hatte, aber die Natur entschädigte ihn für all die Strapazen. Die imposanten Landschaften, die Ruhe, die niedlichen Dörfer und die typischen italienischen Städte gaben ihm neue Energie.

Ankunft in Tunesien und besondere Begegnungen

Um nach Tunesien zu gelangen, nutzte Ronny zunächst die Fähre von der italienischen Stiefelspitze nach Sizilien. Von Palermo ging es dann erneut mit der Fähre nach Tunis. In Tunesien fiel der Deutsche mit seinem Fahrrad besonders auf. Kinder winkten ihm zu, Erwachsene hielten ihn an, um nach seinem Ziel zu fragen. Auch die Polizei interessierte sich für den Ausländer.

Die Beamten sprachen höflich mit ihm und eskortierten ihn etwa 30 Kilometer. Ob aus Sorge oder Misstrauen, bleibt unklar. Irgendwann gewannen sie wohl die Überzeugung, dass Ronny gut allein zurechtkommt, und fuhren davon. Der Deutsche blieb sich auch in Tunesien treu und nächtigte unter anderem in einem Olivenhain.

Ziel erreicht und Rückkehr in den Alltag

Bis Tozeur, wo die Wüste beginnt, ist der 44-Jährige gefahren. Vom dortigen Flughafen, nach einer letzten Nacht im Hotel, ging es nach Paris. Von dort flog der Deutsche zurück nach Berlin – und erschien am Folgetag pünktlich an seinem Arbeitsplatz. Ein Kerzenständer aus Metall, den er sich in der Altstadt von Tozeur gekauft hat, steht jetzt auf Ronnys Küchentisch und erinnert den Weltenbummler an diese Wahnsinnstour.

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Bereits im vergangenen Jahr war Ronny Rößler in Europa und Nordafrika unterwegs gewesen – 87 Tage, 14 Länder, 9000 Kilometer. In diesem Jahr zunächst „nur“ 3300 Kilometer in circa drei Wochen. Doch auch diese Tour hat dem Sportler so einiges abverlangt und gezeigt, was sein Körper tatsächlich aushält.