Hoeneß rechnet mit Tuchel ab: Stanisic-Deutsch-Frage und interne Bayern-Geschichten
Hoeneß rechnet mit Tuchel ab: Stanisic-Frage und Bayern-Geschichten

Hoeneß im Podcast-Interview: Klartext über Tuchel, Kompany und Bayern-Interna

München – Der Ehrenpräsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß (74), hat in der aktuellen Folge des offiziellen Podcasts der Bayerischen Staatsregierung „Auf eine weiß-blaue Tasse“ mit Ministerpräsident Markus Söder (59/CSU) wieder einmal für klare Worte gesorgt. Der als „Mister FC Bayern“ bekannte Hoeneß ließ kein wichtiges Thema aus und gewährte tiefe Einblicke in interne Vorgänge beim Rekordmeister.

Lob für Kompany und Kritik an Tuchel

Nach dem spektakulären 4:3-Sieg im Champions-League-Viertelfinalrückspiel gegen Real Madrid zeigte sich Hoeneß begeistert von der Arbeit von Trainer Vincent Kompany (40). „Das hat der Trainer geschafft, dass er aus Einzelspielern ein Team gemacht hat“, betonte der Ehrenpräsident. Er berichtete von einer Überraschungsparty zu Kompanys 40. Geburtstag, bei der 50 bis 60 Mannschaftsmitglieder Standing Ovations gaben – „Da merkst du, da stimmt alles“.

Ganz anders fiel seine Bewertung von Ex-Trainer Thomas Tuchel (52) aus, der bis Sommer 2024 Bayern coachte und seit Januar 2025 die englische Nationalmannschaft trainiert. Hoeneß kritisierte Tuchels Umgang mit Spielern und nannte ein bemerkenswertes Beispiel: „Den Stanisic hat er mal gefragt, ob er Deutsch kann, obwohl er hier geboren ist“. Der kroatische Nationalspieler Josip Stanišić wurde in München geboren und spricht fließend Deutsch.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Transferpoker und interne Diskussionen

Hoeneß enthüllte Details zum Transferpoker um den niederländischen Mittelfeldspieler Xavi Simons (22) im Sommer 2025. Als Kompany und Sportvorstand Christoph Freund ihn in Bad Wiessee besuchten und um den Spieler baten, lehnte Hoeneß ab: „Vinc, Du kannst jetzt noch ein Stück Apfelkuchen essen, aber Du kriegst keinen Xavi! Wir wollen, dass Du die jungen Spieler einsetzt“. Diese Strategie zahlte sich aus – allein in dieser Saison feierten neun Spieler vom Bayern-Campus ihr Profi-Debüt.

Über interne Transferdiskussionen sagte Hoeneß: „Wir hatten im Sommer eine große Streitkultur“. Während einige Verantwortliche für 100 oder 150 Millionen Euro einkaufen wollten, setzten sich die „Alten“ durch: „Wenn man den Jungen mal eine Chance geben will, dann muss man Platz schaffen“.

Spieler-Entwicklungen und Verletzungen

Besonders emotional äußerte sich Hoeneß zur schweren Verletzung von Jamal Musiala (23), die sich der Spieler bei der Klub-WM im Juli 2025 im Zweikampf mit PSG-Keeper Gianluigi Donnarumma (27) zuzog. „Das war eine der schwersten Verletzungen, die man haben kann“, beschrieb Hoeneß den Wadenbeinbruch mit mehreren Bänderrissen. Trotz der langen Ausfallzeit ist er überzeugt: „Davon bin ich überzeugt“, dass Musiala wieder spielen wird.

Lob gab es für Stürmer Harry Kane (32): „Jedes Pfund, das wir da ausgegeben haben, hat sich rentiert“. Hoeneß betonte nicht nur Kanes Torqualität, sondern auch seine Vorbildfunktion: „Ich höre, dass er in der Kabine die Jungen in den Arm nimmt“.

Zukunft von Neuer und Kritik an Nagelsmann

Zur Zukunft von Torhüter Manuel Neuer (40), dessen Vertrag ausläuft, sagte Hoeneß: „Wenn es nach mir geht, werden wir versuchen, ihn noch ein Jahr bei uns zu behalten“. Wichtig sei, dass Neuer eine Patenschaft für den jungen Torwart Jonas Urbig (22) übernehme und in manchen Spielen verzichte, damit dieser Spielpraxis sammeln könne.

Kritik übte Hoeneß an Bundestrainer Julian Nagelsmann (38), insbesondere im Umgang mit der Rückkehr von Neuer in die Nationalmannschaft: „Dieses Thema Neuer hätte ich ganz anders angepackt“. Hoeneß bemängelte, dass Nagelsmann zu viele Dinge über die Medien regle: „Du musst heute deine Probleme intern lösen“.

Außerdem kritisierte er, dass Nagelsmann die Mannschaft vor der WM nicht ausreichend eingespielt habe: „Was ich ihm vorwerfe, ist, dass er jetzt noch junge Spieler dazuholt und testet, um den Medien gerecht zu werden“. Für ein erfolgreiches Team wäre es wichtig gewesen, vier bis fünf Länderspiele mit derselben Mannschaft zu bestreiten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Das ausführliche Interview mit Uli Hoeneß zeigt einmal mehr, dass der Ehrenpräsident nicht nur eine starke Meinung hat, sondern auch bereit ist, diese offen zu äußern – zur Freude der Bayern-Fans und zum Bedauern mancher Kritiker.