Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat zum Auftakt der Weltmeisterschaft eine Überraschung verpasst. Gegen den Olympiadritten Finnland unterlag das Team von Bundestrainer Harold Kreis am Freitag mit 1:3 (0:1, 0:0, 1:2) und sorgte trotz einer ordentlichen Leistung für Ernüchterung. Besonders in Überzahl zeigte sich die DEB-Auswahl harmlos, während der Favorit seine Chancen eiskalt nutzte.
Powerplay-Schwäche bestraft
Finnland erteilte dem deutschen Team eine Lehrstunde in Sachen Überzahl. Anton Lundell von den Florida Panthers traf bereits im ersten Drittel in Überzahl zur Führung (9.). Jesse Puljujärvi von Servette Genf legte im Schlussabschnitt ebenfalls mit einem Powerplay-Treffer nach (44.). Aatu Raty von den Vancouver Canucks sorgte mit dem 3:0 (56.) für die Entscheidung, ehe Stefan Loibl von den Straubing Tigers in der 49. Minute der Anschlusstreffer gelang.
Deutschland vergab mehrere Überzahl-Situationen kläglich. Joshua Samanski von den Edmonton Oilers ließ eine Top-Chance aus kurzer Distanz ungenutzt (13.). „Wir können nicht zufrieden sein, wenn man sieht, wie oft wir Powerplay hatten“, kritisierte Stürmer Dominik Kahun bei MagentaSport. Der langjährige Kapitän Moritz Müller, als Experte vor Ort, ergänzte: „Das macht auch was mit den Köpfen der Jungs.“
Starke Defensive, aber zu wenig Torgefahr
Torhüter Philipp Grubauer von den Seattle Kraken hielt sein Team mit mehreren Paraden im Spiel. Noch spektakulärer waren zwei Rettungsaktionen von Weltklasse-Verteidiger Moritz Seider von den Detroit Red Wings, der nach einem Grubauer-Save den ersten Nachschuss und dann mit dem Schläger den zweiten Versuch kurz vor der Linie klärte (21.). „Wir haben gut verteidigt, aber vorne fehlte die Durchschlagskraft“, resümierte Bundestrainer Kreis.
Die Offensive blieb zu harmlos. Ohne die NHL-Stürmer Lukas Reichel, der erst am Donnerstag zum Team gestoßen war und noch nicht eingesetzt wurde, sowie die abgesagten Topspieler Leon Draisaitl, Tim Stützle und JJ Peterka fehlte die Durchschlagskraft. Auch Nico Sturm, zweimaliger Stanley-Cup-Sieger, sagte ab. „Lukas macht jede Mannschaft läuferisch und spielerisch besser“, schwärmte Kreis über Reichel, der gegen Lettland debütieren soll.
Vorentscheidendes Spiel gegen Lettland
Am Sonntag (20.20 Uhr/ProSieben und MagentaSport) steht gegen Lettland ein vermutlich vorentscheidendes Spiel um den Viertelfinal-Einzug an. Die DEB-Auswahl muss ihre Chancenverwertung verbessern, um die nächste Runde zu erreichen. „Wir müssen aus unseren Fehlern lernen und gegen Lettland eine Reaktion zeigen“, forderte Kahun.



