DEG-Legende Daniel Kreutzer im emotionalen Interview: Der Abstieg seines Heimatvereins schmerzt ihn zutiefst
Die Düsseldorfer EG, ein Traditionsverein im deutschen Eishockey, musste in der vergangenen Saison den bitteren Gang in die DEL2 antreten. Während die DEG bereits frühzeitig aus den Pre-Play-offs ausschied und somit die Hoffnung auf einen sofortigen Wiederaufstieg platzte, beginnt für einen ihrer größten Legenden die entscheidende Phase der Saison erst jetzt.
Neue Herausforderung in Kassel als Sportdirektor
Daniel Kreutzer, mit 46 Jahren immer noch eine prägende Figur im deutschen Eishockey, arbeitet seit April 2024 als Sportdirektor bei den Kassel Huskies. Während seine ehemalige Mannschaft bereits die Sommerpause einläutet, stehen für Kreutzer und Kassel am Mittwoch die Viertelfinal-Play-offs der DEL2 an. Der gebürtige Düsseldorfer blickt mit gemischten Gefühlen auf die Entwicklung seines Heimatvereins.
Mit 780 Erstligaspielen für die DEG ist Kreutzer der unangefochtene Rekordspieler des Vereins. An 642 Toren war der Offensivspieler beteiligt, sein Trikot mit der Nummer 23 hängt als Ehrenbezeugung im Dome an der Decke. Im exklusiven Interview spricht er offen über die emotionale Belastung, mit der er den Niedergang der DEG verfolgt hat.
Finanzielle Probleme als Hauptgrund für den Absturz
„Ich habe den Abstieg natürlich intensiv verfolgt, es tat schon weh, meinen Heimatverein mit so einer großen Tradition absteigen zu sehen“, gesteht Kreutzer. Auf die Frage nach den Gründen für den sportlichen Absturz in den vergangenen Jahren hat der Experte eine klare Antwort: „Hauptsächlich, weil es nach dem Metro-Ausstieg immer finanziell schwierig war.“
Der Sportdirektor erklärt weiter: „Wir hatten es eigentlich bis zur letzten Saison immer geschafft, mit sehr wenig Geld viel zu erreichen. Aber dass das nicht immer klappt, ist auch klar, wenn die anderen Vereine mehr Geld zur Verfügung haben. Wenn man erst Geld zur Verfügung stellt, wenn es zu spät ist, hilft es keinem.“
Zukunft der DEG und persönliche Perspektiven
Die DEG schaffte es im ersten Zweitligajahr nicht einmal ins Viertelfinale und gab am Montag gleich 14 Abgänge bekannt, darunter Top-Scorer Ture Linden. Kreutzer, der die DEL2-Liga als Sportdirektor in Kassel hervorragend kennt, bleibt vorsichtig optimistisch was die Aufstiegschancen Düsseldorfs betrifft.
„Es ist nicht einfach, wenn man von oben herunterkommt und eine komplett neue Mannschaft zusammenstellen muss“, analysiert Kreutzer. „Aber von den Spielern her sah die Mannschaft in meinen Augen gar nicht so schlecht aus und hätte TOP-6-Potenzial gehabt. Nächste Saison hat man bestimmt aus Fehlern gelernt und wird eine ‚bessere Mannschaft‘ aufs Eis bringen.“
Ob ein Aufstieg tatsächlich gelingen kann, möchte der Experte nicht vorhersagen: „Ob es dann mit dem Aufstieg klappt, ist schwer zu sagen, weil es viele gute Mannschaften in der DEL2 gibt.“
Ambitionen mit Kassel und Verbundenheit mit Düsseldorf
Mit den Kassel Huskies hat Kreutzer selbst große Ambitionen: „Wir sind auf jeden Fall bereit für den Aufstieg, aber es ist noch ein sehr langer und harter Weg bis zum Pokal, und Topfavorit ist diese Saison auf jeden Fall Krefeld. Man muss gesund bleiben, in Topform sein und auch ein bisschen Glück haben.“
Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, in Zukunft für die DEG als Sportdirektor tätig zu sein, antwortet Kreutzer diplomatisch: „Man weiß nie, was in der Zukunft passiert, und natürlich ist meine Heimat immer interessant, aber im Moment fühle ich mich in Kassel sehr wohl und habe mit den Huskies noch viel vor!“
Die Verbundenheit mit seiner Heimatstadt Düsseldorf ist trotzdem ungebrochen. „Ich bin noch sehr verwurzelt, weil meine Familie noch in Düsseldorf wohnt“, erklärt der 46-Jährige. Zudem betreibt er seit acht Jahren mit Danny Beckers, dem ehemaligen Athletikcoach der DEG, das Personal-Training-Studio „Kreutzer & Beckers Sports“.
In diesem Monat eröffneten die beiden noch das „KB-Atelier Fitnessstudio“ auf der Frankenstraße 23 im Hinterhof – ein kleines, exklusives Fitnessstudio mit höchstens 300 Mitgliedern, wo man in Ruhe trainieren kann, abseits der großen Fitnessketten.
Daniel Kreutzer bleibt damit nicht nur emotional, sondern auch geschäftlich mit seiner Heimatstadt verbunden, während er gleichzeitig in Kassel neue sportliche Herausforderungen sucht und die Zukunft der DEG aus der Distanz mit kritischem, aber liebevollem Blick verfolgt.



