DEL-Drama in Dresden: Plötzlich 50:50-Chance auf den Klassenerhalt
Die Fans der Dresdner Eislöwen dürfen wieder hoffen. Nach einer dramatischen Entwicklung in den DEL2-Playoffs steht der sportliche Absteiger aus der Elbestadt plötzlich wieder mit einer 50:50-Chance im Rennen um den Verbleib in der Deutschen Eishockey Liga. Ein mögliches DEL-Wunder rückt damit in greifbare Nähe.
Bietigheimer Sieg verändert die Ausgangslage
Entscheidend für die veränderte Situation war der 4:2-Sieg der Bietigheim Steelers am Dienstagabend in Ravensburg. Durch diesen Erfolg stehen nun zwei Teams im Halbfinale der Zweitliga-Playoffs, die nicht aufstiegsberechtigt wären. Sollten entweder die Bietigheim Steelers oder die Eisbären Regensburg Ende April den DEL2-Pokal gewinnen, würde das Erstliga-Abenteuer für Dresden unerwartet weitergehen.
Die kommenden Spiele versprechen weitere Spannung:
- Ab Donnerstag treffen die Kassel Huskies auf die Steelers
- Gleichzeitig spielen die Krefeld Pinguine gegen Regensburg
Die Sieger dieser Best-of-seven-Serien bestreiten anschließend das Finale. Experten sehen Regensburg gegen Krefeld, das Landshut im Viertelfinale mit 4:0-Siegen eliminierte, als krassen Außenseiter. Dagegen dürfte Bietigheim gegen Kassel voll im Rennen liegen.
Komplizierte Trainerfrage bleibt ungelöst
Parallel zum sportlichen Drama entwickelt sich eine komplizierte Trainersituation. Mit Ravensburgs Trainer Bo Subr (45) schied am Dienstag genau jener Coach aus, der eigentlich demnächst in Dresden übernehmen sollte. Nach Informationen der BILD wird eine Verkündung dieser Entscheidung jedoch noch auf sich warten lassen.
Die Gründe für die Verzögerung sind vielschichtig:
- Bei DEL-Klassenerhalt hat Gerry Fleming (58) bei den Eislöwen noch einen gültigen Vertrag, der erst aufgelöst werden muss
- Entsprechende Gespräche laufen derzeit
- Kurioserweise steht auch Ex-Meister-Coach Niklas Sundblad (53) noch bis 2027 auf der Gehaltsliste, wird aber mit Ravensburg in Verbindung gebracht
Sportchef Jens Baxmann (41) treibt unterdessen die zweigleisige Planung voran. Als erste Verstärkung wurde Gregory Kreutzer (25) von Lokalrivale Eispiraten Crimmitschau verpflichtet, ein offensivstarker Verteidiger.
Umfangreicher Kaderumbau bereits im Gange
Die Dresdner Eislöwen befinden sich mitten in einem umfangreichen Kaderumbau. Bereits elf Abgänge bei noch 29 Spielern wurden offiziell bekanntgegeben. Betroffen sind unter anderem:
- Kapitän Niklas Postel
- Matthias Pischoff (wahrscheinlich zur Düsseldorfer EG)
- Die Angreifer Rourke Chartier, Lance Bouma und Trevor Parkes (nach Augsburg)
- Die Verteidiger Alec McCrea (nach Augsburg), Emil Johansson (zu Iserlohn) und Justin Braun
- Die Torhüter Paul Stocker, Clemens Stocker und Jussi Olkinuora
Offen bleibt die Zukunft der Offensivstars Dane Fox und Austin Ortega. Dagegen verlängerten Ricardo Hendreschke und Tomas Andres bereits bis 2030. Co-Trainer Petteri Kilpivaara wechselt in den Nachwuchsbereich.
Baxmanns Vision für die DEL-Zukunft
Für den Fall des Klassenerhalts hat Sportchef Jens Baxmann klare Vorstellungen: „Wenn es dann so passiert, haben wir viel mehr Ausländerlizenzen, die wir in der DEL vergeben können. In dem Moment brauchst du eine Granate im Tor und eine erste Reihe, die jedes Spiel oder in Schlüsselsituationen immer Tore schießt und dir die Punkte holt, die wir dieses Jahr nicht geholt haben.“
Für diese ambitionierten Ziele würde man bei den Dresdner Eislöwen dann entsprechendes Geld in die Hand nehmen. Trotz aller Ungewissheit und des umfangreichen Umbaus bleibt die Chance, doch erstklassig zu bleiben – eine Perspektive, die den Verein und seine Fans weiterhin elektrisiert.



