Bern – Ein Skandal erschüttert die Schweizer Eishockey-Welt: Nationaltrainer Patrick Fischer wurde entlassen, nachdem er zugegeben hatte, 2022 mit einem gefälschten Corona-Zertifikat zu den Olympischen Spielen gereist zu sein. Doch der Fall hat noch eine zweite Dimension: Der Journalist, der die Affäre ins Rollen brachte, steht nun selbst massiv unter Beschuss.
Die Entlassung von Patrick Fischer
Patrick Fischer, der die Schweizer Nationalmannschaft seit 2015 trainierte, gestand vergangene Woche, dass er 2022 ein gefälschtes Covid-Zertifikat verwendet hatte, um nach Peking zu reisen. Die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) zögerte zunächst mit Konsequenzen, da Fischer bereits 2023 als Privatperson verurteilt worden war. Doch nach einer hitzigen öffentlichen Debatte änderte die SIHF ihre Meinung und entließ den Trainer. In einer Mitteilung hieß es: „Unsere erste Beurteilung war zu kurz gegriffen. Es geht um Werte und Respekt, die für Swiss Ice Hockey zentral sind.“
Die Rolle von SRF-Reporter Pascal Schmitz
Die Affäre wurde durch SRF-Reporter Pascal Schmitz ins Rollen gebracht. Bei einem Mittagessen im Rahmen eines TV-Drehs erzählte Fischer Schmitz von seinem gefälschten Zertifikat. Schmitz begann daraufhin zu recherchieren, doch Fischer kam dem Sender mit einem eigenen Statement zuvor. Nun wird kritisiert, dass Schmitz die Informationen aus einem privaten Gespräch verwendet habe. Schmitz wehrt sich: „Wir haben keine Off-the-record-Vereinbarung verletzt. Eine solche muss explizit getroffen werden.“
Alte Facebook-Posts belasten Schmitz
Zusätzlich geriet Schmitz wegen 15 Jahre alter Facebook-Posts in die Schlagzeilen, die die „Weltwoche“ ausgrub. Darin soll der Journalist beleidigende und rassistische Inhalte geteilt haben. Schmitz legte daraufhin sein Amt als Stadionsprecher der Rapperswil-Jona Lakers nieder. SRF distanzierte sich von den Äußerungen und kündigte an, Schmitz vorerst nicht mehr vor der Kamera einzusetzen.
Reaktionen und Ausblick
SRF-Pressesprecher Roger Muntwyler erklärte: „SRF steht mit Pascal Schmitz in engem Kontakt und analysiert den Sachverhalt. Über Details geben wir aus personalrechtlichen Gründen keine Auskunft.“ Schmitz habe sich für seine Äußerungen entschuldigt. Wann er wieder moderieren werde, sei offen. Der Fall wirft Fragen nach journalistischer Ethik und der Aufarbeitung von Verfehlungen während der Pandemie auf.



