Deutsche NHL-Stars unzufrieden mit Olympia-Eis in Mailand
Kurz vor dem olympischen Auftakt der deutschen Eishockey-Männer bei den Winterspielen in Mailand gibt es erhebliche Probleme mit der Spielfläche in der neu errichteten Santagiulia-Arena. Nach dem ersten Training mit den sieben deutschen NHL-Profis äußerte sich insbesondere Stanley-Cup-Sieger Nico Sturm (30) kritisch über die Zustände.
„Das Eis ist brutal weich“
Der Stürmer der Minnesota Wild, der im vergangenen Jahr mit den Florida Panthers die begehrteste Eishockey-Trophäe der Welt gewann, zeigte sich besorgt: „Das ist schon heftig. Das Eis ist brutal weich. Wenn so viele Mannschaften auf dem Eis sind, kommt es nicht zur Ruhe. Und wenn mehr Menschen in der Halle sind, wird es ja sogar noch wärmer“, erklärte Sturm. Auch in der anderen Eishalle, in der die deutschen Frauen ihre Partien austragen, herrschen angenehm warme Temperaturen, sodass Zuschauer keine Jacken benötigen.
Probleme mit der Santagiulia-Arena
Über der Santagiulia-Arena schwebt seit Monaten kein guter Stern. Bereits im Vorfeld der Olympischen Spiele gab es zahlreiche Schwierigkeiten mit der Halle, an der selbst während der ersten Wettkampftage noch gearbeitet wurde. Zusätzlich zur Eisqualität bereitet auch die Größe der Spielfläche Probleme. Mit Maßen von nur 60 mal 26 Metern ist das Feld sowohl für europäische als auch nordamerikanische Verhältnisse ungewöhnlich klein. In der NHL ist das Feld einen Meter länger, während europäische Arenen normalerweise vier Meter breitere Flächen bieten.
Anpassungsschwierigkeiten für Spieler und Torhüter
Nationaltorhüter Philipp Grubauer (34) von den Seattle Kraken äußerte sich zu den veränderten Bedingungen: „Der Winkel ist dann schon etwas anders. Die Pucks fliegen anders von der Bande zurück. Aber bis Donnerstag habe ich mich umgestellt, kein Problem.“ Nico Sturm ergänzte: „Das wird das Spiel brutal schnell machen. Da wird man nicht groß zaubern können. Wir müssen da einfach schnell sein.“ Die deutschen Spieler müssen sich somit gleich mit mehreren Umstellungen arrangieren.
Eisschnellläufer kennen ähnliche Probleme
Nicht nur die Eishockey-Profis klagen über die Eisbedingungen. Auch deutsche Eisschnellläufer hatten bereits vor Olympia mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Der erfahrene Routinier Patrick Beckert (35), der in der Staffel antreten wird, zeigte sich jedoch optimistisch: „Die Eismeister müssen sich erst eingrooven. Wenn es losgeht, wird alles eine gute Qualität haben. Das ist immer so“, erklärte Beckert.
Deutsche Mannschaft unter Führung von Draisaitl
Als Kapitän wird Superstar Leon Draisaitl (30) von den Edmonton Oilers die deutsche Mannschaft aufs Eis führen. Seine Stellvertreter sind Moritz Seider (24) von den Detroit Red Wings und Tim Stützle (24) von den Ottawa Senators. Die Santagiulia-Arena bietet Platz für 16.000 Zuschauer und wird ab Mittwoch Schauplatz der NHL-Stars sein.
Die Hoffnung bleibt, dass sich die Eisqualität bis zum entscheidenden Auftaktmatch der deutschen Männer gegen Lettland am Donnerstagabend (21.10 Uhr, live im ZDF) noch verbessert. Die nordamerikanischen Profis hoffen insbesondere auf härteres Eis, wie sie es aus ihrer Heimat gewohnt sind.



