Nach nur zwei Siegen in 18 Spielen: 1. FC Köln entlässt Trainer Lukas Kwasniok
Der 1. FC Köln hat eine drastische Personalentscheidung getroffen und Trainer Lukas Kwasniok (44) mit sofortiger Wirkung freigestellt. Die Entscheidung fiel unmittelbar nach dem 3:3-Unentschieden im Rhein-Derby gegen Borussia Mönchengladbach, das für die Kölner Verantwortlichen den letzten Anstoß zur Trennung gab.
Katastrophale Bilanz führt zum Rauswurf
Die sportliche Bilanz der letzten Wochen und Monate ließ keine andere Entscheidung zu: Aus den vergangenen 18 Pflichtspielen konnte der abstiegsgefährdete Bundesligist lediglich zwei Siege verbuchen. Diese enttäuschende Leistung kostete Kwasniok schließlich seinen Posten, obwohl er noch einen Vertrag bis zum Jahr 2028 besaß.
Sportvorstand Thomas Kesseler (40) hatte vor dem Gladbach-Spiel klare Erwartungen formuliert und einen Sieg gefordert. Das 3:3 reichte den Verantwortlichen nicht aus, um dem Trainer weiterhin das Vertrauen auszusprechen. Bereits am Sonntagmorgen wurde Kwasniok über seine Freistellung informiert.
Dramatische Szenen am Geißbockheim
Die Entlassung vollzog sich in den frühen Morgenstunden am Trainingsgelände des Vereins. Um 8:51 Uhr traf Sportchef Kesseler am Geißbockheim ein, gefolgt von Kwasniok selbst, der um 10:49 Uhr gut gelaunt mit Rucksack erschien. Noch scherzhaft fragte er die wartenden Journalisten: „Picknick? Bin ich gar nicht eingeladen?“
Nach nur 20 Minuten im Gebäude verließ der Trainer das Gelände bereits wieder und kommentierte seine Abfahrt mit den Worten: „Ich gehe jetzt die Sonne genießen.“ Parallel dazu tagte der Gemeinsame Ausschuss des Vereins, bestehend aus Vertretern des Vorstands, Aufsichtsrats, Beirats und Mitgliederrats, der die Trennung formal absegnete.
Millionen-Abfindung und personelle Konsequenzen
Kwasniok, der nach dem Derby noch vehement um seinen Job gekämpft hatte („Ich bin der richtige Mann am richtigen Ort mit der richtigen Mannschaft“), erhält eine Abfindung in Millionenhöhe. Sein Co-Trainer Frank Kaspari muss den Klub ebenfalls verlassen, während René Wagner (37) vorübergehend die Trainingsleitung übernimmt.
Die Entlassung markiert einen weiteren Rückschlag in der instabilen Trainerhistorie des 1. FC Köln. Seit dem Abschied von Peter Stöger im Jahr 2017 ist Kwasniok bereits der zwölfte Trainer, der den Verein verlassen muss – ein bemerkenswerter Wert, der die fehlende Kontinuität an der Seitenlinie unterstreicht.
Wie geht es weiter beim Krisenklub?
Der FC steht nun vor der schwierigen Aufgabe, in der laufenden Saison und unter dem Druck des Abstiegskampfes eine neue sportliche Führung zu finden. Die Länderspielpause bietet zwar eine kurze Atempause, doch die Suche nach einem Nachfolger wird unter Hochdruck laufen müssen.
Kesseler betonte nach dem Derby die Notwendigkeit einer sachlichen Analyse: „Wir haben heute eine große Enttäuschung, dass wir nur einen Punkt geholt haben. Die Erwartungshaltung war klar: drei Punkte.“ Diese Erwartung hat Kwasniok nicht erfüllen können – mit den bekannten Konsequenzen.



