Melika Foroutan: Frischer Wind im Frankfurter Tatort
Ab dem Jahr 2025 bringt Melika Foroutan als neue Kommissarin frischen Wind in den Frankfurter Tatort. Gemeinsam mit Edin Hasanović wird sie ungelöste Kriminalfälle aufrollen und löst damit das bisherige Duo Janneke und Paul Brix in der Main-Metropole ab. Die erfahrene Darstellerin ist jedoch kein unbeschriebenes Blatt, sondern bringt reichlich Erfahrung aus Kino, Fernsehen und internationalen Produktionen mit.
Ein außergewöhnlicher Werdegang: Von Teheran nach Berlin
Melika Foroutans Lebensweg ist so vielfältig wie ihre Rollen. Geboren in Teheran als Tochter eines Iraners und einer Deutschen, floh ihre Familie 1979 nach der iranischen Revolution nach Deutschland. Sie wuchs in Boppard am Rhein auf, wo sie auch in ihrer Jugend Fußball spielte – eine Leidenschaft, die sie von ihrem Vater Bahman Foroutan geerbt hat, der später als Fußballtrainer für die iranische Nationalmannschaft arbeitete.
Nach dem Abitur studierte Foroutan zunächst Philosophie, Englisch und Geschichte an der Universität Köln. Doch 1999 folgte sie ihrer Berufung und wechselte an die Universität der Künste in Berlin für eine Schauspielausbildung. Bereits im Jahr 2000 gab sie ihr TV-Debüt in der ZDF-Gerichtsshow „Streit um drei“, gefolgt von ihrer ersten Hauptrolle im Kurzfilm „Für dich mein Herz“ ein Jahr später.
Karrierehöhepunkte und internationale Erfolge
Ihr TV-Durchbruch gelang Melika Foroutan 2007 mit der Rolle der Kriminalkommissarin Sylvia Henke in der ZDF-Serie „KDD – Kriminaldauerdienst“. Seither war sie in zahlreichen TV- und Kinoproduktionen zu sehen, darunter die Romanverfilmung „Die dunkle Seite“, die Tragikomödie „Flaschenpost an meinen Mann“ und 2020 in der Titelrolle des Kinofilms „Pari“.
Besondere Anerkennung erhielt sie 2015 mit dem Hessischen Fernsehpreis für ihre Rolle als Kommissarin Louise Bonì in „Begierde – Mord im Zeichen des Zen“. International machte sie auf sich aufmerksam durch Mitwirkungen in Formaten wie der Netflix-Serie „Die Kaiserin“ und „Schlafende Hunde“.
Der Start im Tatort: Gleich ein Grimme-Preis
Gleich ihr erster Fall im Frankfurter Tatort, „Dunkelheit“, sorgte für Aufsehen. Der Auftakt des neuen Ermittler-Duos Maryam Azadi und Hamza Kulina wurde 2026 mit dem renommierten Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion“ ausgezeichnet. Damit setzte Foroutan gleich zu Beginn ihrer Tatort-Karriere ein starkes Zeichen.
Privatleben und Familie
Melika Foroutan ist mit dem Schweizer Film-Unternehmer Jon Handschin verheiratet. Das Paar hat einen Sohn und eine Tochter und lebt in Berlin. Ihre Schwester Naika Foroutan ist in Deutschland als bekannte Politik- und Sozialwissenschaftlerin tätig. Die Verbindung zur Wissenschaft und Kunst scheint in der Familie zu liegen, denn ihr Vater studierte Filmregie in Paris, während ihre Mutter in Teheran für Daimler-Benz arbeitete.
Ausgewählte Filmografie von Melika Foroutan
- 2011: Vorstadtkrokodile 3
- 2018: Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier
- 2020: Pari
- 2021: Mediterráneo
- 2022: Wunderschön
- 2022: Old People
- 2024: Die feige Schönheit
- 2025: Ein Mädchen namens Willow
Melika Foroutan verkörpert damit das moderne Gesicht des deutschen Krimis – international erfahren, vielfältig begabt und mit einem beeindruckenden Lebensweg, der sich in ihrer authentischen Darstellung widerspiegelt. Ihr Start im Frankfurter Tatort verspricht spannende neue Ermittlungen und frische Perspektiven auf ungelöste Fälle.



