TSV 1860: Fanartikel-Firma von Hasan Ismaik mahnt erneut Fans ab - Vereinsführung reagiert "mit großer Sorge"
Die Fanartikel-GmbH des TSV 1860 München, die zu 100 Prozent dem Investor Hasan Ismaik gehört, hat offenbar erneut Löwen-Fans abgemahnt. Während Vereinspräsident Gernot Mang und Geschäftsführer Manfred Paula klar Position gegen dieses Vorgehen beziehen, relativiert der neue Merchandising-Boss Valentin Pusnava die Situation. Die Vereinsführung reagierte am Mittwoch in einer Pressemitteilung mit deutlichen Worten auf die jüngsten Vorfälle.
Neuer Boss, alte Praktiken? Abmahnungen gegen Fans sorgen für Unmut
"Das Präsidium des TSV München von 1860 e.V. und die Geschäftsführung der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA nehmen mit großer Sorge zur Kenntnis, dass es in jüngster Vergangenheit erneut zu rechtlichen Abmahnungen durch eine von der TSV 1860 Merchandising GmbH beauftragten Rechtsanwaltskanzlei gegen Fans des TSV 1860 München gekommen ist", hieß es in der offiziellen Stellungnahme der Sechzger. Die beschriebenen Abmahnungen richten sich gegen Personen, die Fanartikel oder Liebhabereien wie Pins, Aufnäher oder Sticker mit 1860-Bezug über Plattformen wie eBay zum privaten Verkauf angeboten haben.
Dabei werden seitens der Merchandising-GmbH angebliche Markenrechtsverletzungen geltend gemacht und über die beauftragte Rechtsanwaltskanzlei empfindliche Geldforderungen gestellt. Die Fanartikel-Firma wird seit April 2025 von Valentin Pusnava als Geschäftsführer verantwortet und gehört vollständig dem Geldgeber Hasan Ismaik.
Vereinsführung stellt sich klar gegen Abmahnungen
Präsident Gernot Mang und KGaA-Boss Manfred Paula sehen das geschilderte Vorgehen gegen die Fans äußerst kritisch und informieren weiter: "Wir stellen unmissverständlich klar: Diese Abmahnungen entbehren einer rechtlichen Grundlage", da die Merchandising-Firma "nicht aktiv legitimiert" sei. Lizenzinhaber der Marken ist die KGaA, während das Merchandising-Unternehmen lediglich Lizenznehmer ist.
Mang und Paula erklären, dass eine entsprechende Legitimation "zu keinem Zeitpunkt eingeräumt" worden sei und verweisen auf ein Verfahren vor dem Landgericht Nürnberg/Fürth im Jahr 2019. In diesem ähnlich gelagerten Fall waren die Fans damals freigesprochen worden. Die spalterischen Abmahnungen sollen nun "sofort eingestellt" werden, denn "die Löwenfamilie lebt vom Miteinander".
Merchandising-Firma relativiert das Vorgehen
Die Fanartikel-GmbH veröffentlichte am Nachmittag eine eigene Stellungnahme: "Es ist unzutreffend, dass Personen für den privaten Verkauf von Fanartikeln abgemahnt werden. Ein Tätigwerden kommt ausschließlich bei eindeutig gewerblichem Handeln in Betracht. Die rechtliche Bewertung erfolgt durch unsere auf Markenrecht spezialisierte Kanzlei."
Weiter heißt es: "Private Sammler oder gelegentliche Weiterverkäufe aus persönlichem Besitz sind ausdrücklich nicht Gegenstand unseres Handelns. Etwaige Markenverletzungen werden vor jedem Tätigwerden zusätzlich von der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA geprüft und freigegeben." Den Vorstoß der Vereinsführung scheint man kritisch zu sehen - Differenzen sollten "intern und professionell geklärt werden".
Historischer Kontext: Ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit
Was in der Ära von Anthony Power, dem früheren Statthalter von Investor Hasan Ismaik und bei den 1860-Anhängern teils polarisierende Reizfigur, als Geschäftsführer der Merchandising-GmbH bereits mehrfach vorgekommen war, scheint sich nun unter dem neuen Boss Valentin Pusnava zu wiederholen. Die aktuelle Situation erinnert stark an vergangene Konflikte zwischen der Vereinsführung, dem Investor und der Fangemeinschaft.
Die unterschiedlichen Positionen zeigen erneut die komplexen Machtverhältnisse und Interessenkonflikte innerhalb des TSV 1860 München. Während die Vereinsführung die Einheit der "Löwenfamilie" betont und rechtliche Bedenken äußert, beharrt die Merchandising-Firma auf ihrem Standpunkt bezüglich gewerblicher Markenrechtsverletzungen.



