TSV 1860 München: Aufstiegsträume unter Kauczinski - Countdown läuft weiter
Vier Siege in Serie, nur noch drei Punkte bis zum Relegationsrang: Unter Trainer Markus Kauczinski hat der TSV 1860 München das Aufstiegsrennen in der 3. Liga wieder eröffnet. Zwischen kühler Bodenhaftung und neu entfachten Zweitliga-Träumen bewegt sich der Traditionsklub in einer spannenden Phase der Saison.
Die Tabelle lügt nicht - erfreuliche Wahrheiten für die Löwen
Wie heißt es doch so treffend: Die Tabelle lügt nicht. Für den TSV 1860 stecken gerade einige erfreuliche Wahrheiten in dieser Rangliste, die eng mit dem Namen Markus Kauczinski verbunden sind. Die Löwen sind mit ihrem vierten Sieg in Folge auf drei Punkte an den Aufstiegs-Relegationsplatz herangerutscht, der derzeit vom FC Ingolstadt besetzt wird. Ein bisschen Schützenhilfe von den nicht so geliebten Schanzern, die mit einem 0:0 gegen den MSV Duisburg punkteten, nimmt der geneigte TSV-Anhänger doch gerne mit. Die beiden aktuellen Top-Teams der Liga, VfL Osnabrück und Energie Cottbus, liegen mit je 52 Punkten noch einmal sieben Zähler weiter vorne.
Kauczinski: "Wir müssen überproportional gut sein"
Das 2:1 gegen die abstiegsgefährdeten Auer hat auf Giesings Höhen die Träume von der Zweiten Liga weiter befeuert. Trainer Markus Kauczinski bleibt jedoch realistisch: "Ich habe nichts gegen Ambitionen, Visionen und Träume", sagt der 56-Jährige, "aber entscheidend ist, was man daraus macht. Es muss in Leistung münden, wir müssen überproportional gut sein." Der gebürtige Gelsenkirchner mit den Malocher-Genen beschränkt sich auf die früchtetragende Arbeit auf dem Platz und warnt vor allzu großen Träumereien. In einem Klub wie Sechzig, der zuweilen unter heftigen emotionalen Gezeiten leidet, ist es nicht das schlechteste Rezept, in der Realität verhaftet zu bleiben.
Erfolgsbilanz unter Kauczinski gibt Hoffnung
Mit Kauczinski hat sich die Wahrscheinlichkeit für Erfolge deutlich erhöht. Die Löwen stehen unter dem bundesligaerfahrenen Trainer bei einem Schnitt von fast zwei Punkten pro Spiel, was hochgerechnet auf die Saison im Normalfall für einen direkten Aufstieg reichen würde. Kauczinski holte mit 1860 satte 33 Zähler aus 17 Partien. Zwei entscheidende Hemmnisse bleiben jedoch: Der Trainer trat erst Ende Oktober mit einer entsprechenden Hypothek an, und wirklich souverän waren die jüngsten Auftritte trotz der Erfolge nicht. "Eine Kauczinski-Tabelle zählt in der Meisterschaft und für den Aufstieg leider nicht", betont der Coach. "Es gibt Mannschaften, die mehr Punkte haben als wir. Wir müssen erst mal zeigen, dass wir das durchhalten können."
Mannschaft verinnerlicht realistische Haltung
Die Mannschaft beginnt, diese Haltung zu verinnerlichen. Kapitän Thore Jacobsen sagt: "Wir wollen weitermachen und schauen, wohin das geht. Wir sind immer noch die Verfolger, wir müssen immer noch nachziehen." Verteidiger Raphael Schifferl ergänzt: "Was möglich ist, das weiß jeder, der rechnen und die Punkte addieren kann. Aber für uns gilt: Wir haben jetzt ein Spiel in Köln, das wollen wir unbedingt gewinnen." Das Freitags-Gastspiel bei Viktoria Köln ist alles, aber kein Kinderspiel.
Countdown läuft weiter - Blick auf die Tabelle
Am Freitagabend läuft der Aufstieg-Countdown in jedem Falle weiter. Noch elf Spiele bis zum Saisonende, und dann wird die Tabelle die unumstößliche Wahrheit zeigen. Bis dahin gilt für die Löwen: Punkt für Punkt erarbeiten, ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Die Tabelle lügt bestimmt nicht, und bis zum 16. Mai werden weitere Drittliga-Wahrheiten entstehen.



