1860 München: Trainer Kauczinski lässt Löwen vom Aufstieg träumen - 'Ich pinkle Eiswürfel'
1860-Trainer Kauczinski: 'Ich pinkle Eiswürfel'

1860 München: Trainer Kauczinski lässt Löwen vom Aufstieg träumen

Seit dem elften Spieltag ist Markus Kauczinski (56) Cheftrainer des Drittligisten TSV 1860 München. Unter seiner Führung haben die Löwen fünf Siege in Folge errungen und damit einen Vereinsrekord eingestellt. Doch der erfahrene Coach winkt ab: „Interessiert mich nicht. Das ist alles nicht wichtig. Wichtig ist nur das nächste Spiel.“

„Ich bin so cool, ich pinkle Eiswürfel“

Kauczinski beschreibt seine Gelassenheit in Drucksituationen mit einem markanten Bild: „Ich bin so cool, ich pinkle Eiswürfel.“ Im Ernst erklärt er: „Je heißer es wird, desto mehr kann ich alles ausblenden. Ich habe schon so viel erlebt.“ Sein Fokus liegt darauf, dass die Spieler zuhören, ihm vertrauen und mutig agieren. Jeder Spieler habe Stärken und Schwächen, betont der Trainer, und letztere müsse man in den Griff bekommen.

Nahbarkeit und Freude als Erfolgsrezept

Seit seinem Amtsantritt führt 1860 München die interne Kauczinski-Tabelle an. Was hat der Trainer verändert? „Ich bin nahbar. Kein Kumpel, denn ich muss ja auch weh tun und Entscheidungen treffen, die den Jungs nicht passen.“ Wichtig sei ihm, dass jeder Spieler seine Chance erhalte und die Mannschaft immer zu ihm kommen könne. „Es muss Freude machen“, betont Kauczinski. „Denn damit haben wir ja alle angefangen: Fußball zu spielen, weil es Spaß macht.“

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Kritik an Trainingsumfang und beruflicher Alternative

Gegen Kritik am geringen Trainingsumfang verteidigt sich der Coach selbstbewusst: „Wenn es kurz und intensiv ist, habe ich mir was dabei gedacht. Bei mir passiert nichts ohne Hintergedanken.“ Ohne Fußballtrainer wäre Kauczinski wohl Lehrer geworden. „Ich habe Sport studiert. Aber ich hätte noch ein zweites Fach gebraucht.“ Heute interessieren ihn Sprachen wie Englisch oder Französisch.

Ankunft in München und private Vorlieben

Nach Stationen bei Karlsruhe, Ingolstadt, St. Pauli, Dresden und Wiesbaden hat es lange gedauert, bis Kauczinski zu 1860 München kam. „Ich war wohl immer zu teuer“, scherzt er. Jetzt hat er eine kleine Wohnung in München und holt sein Fahrrad nach. Privat ist der Trainer „furchtbar normal“: Gartenarbeit, Netflix und Rotwein gehören dazu. Mit seiner Frau spricht er nicht über Fußball – „meistens kommt: ‚Ach, der Spieler ist aber hübsch‘“.

Philosophie und Vorbilder

Kauczinski wird nur bei Faulheit und Bequemlichkeit laut, „weil anschreien bringt nichts, das ist wie bei der Kindererziehung“. Inspiration holt er sich von Zeugwart Norbert Stegmann (77) und von Huub Stevens. „Strenge, Härte gepaart mit Lachen und Nahbarkeit – das ist meine Philosophie.“ Einzige Ausnahme beim Sonderlob: Kabinen-DJ Raphael Schifferl, dessen Musikmix der Trainer überragend findet.

Aufstiegschancen und positive Anspannung

Die Löwen-Fans dürfen vom Aufstieg träumen. Kauczinski spürt „positiv angespannt“ ein Kribbeln. „Wenn wir klar bleiben, dann spielen wir am Ende der Saison eine Rolle.“ Spieler, die bereits Urlaub für Ende Mai buchen, wenn Relegationsspiele anstehen, seien „nicht mehr zu helfen“. Der Trainer konzentriert sich auf das Jetzt – Tradition allein nütze nichts.

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