Nach Massenschlägerei bei Bayern-Spiel: 500 Stuttgart-Ultras in Polizeigewahrsam
500 Stuttgart-Ultras nach Bayern-Spiel in Gewahrsam

Massiver Polizeieinsatz nach Ausschreitungen bei Meisterschaftsspiel

Für zahlreiche Anhänger des VfB Stuttgart dürfte es die teuerste Busfahrt ihres Lebens gewesen sein. Unter Blaulichteskorte wurden mehrere Sonderfahrten eines Busses der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) durchgeführt, an Bord Hunderte Stuttgart-Ultras. Der Grund: Massive Ausschreitungen vor dem Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart an der Allianz Arena.

Gezielter Angriff auf Bayern-Ultras

Gegen 15 Uhr rannten Hunderte vermummte Stuttgart-Anhänger vom U-Bahnhof Fröttmaning in Richtung Stadion und griffen dabei gezielt den Treffpunkt der Bayern-Ultras am Südkurvenplatz an. Auch Münchner Fans, teilweise ebenfalls vermummt, stellten sich den Angreifern entgegen. Es kam zu heftigen Tumulten und einer Massenschlägerei, bei der die Polizei mit einem Großaufgebot eingreifen musste.

Mehrere Hundertschaften waren im Einsatz und gingen mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Randalierer vor. Laut ersten Informationen erlitten zwei Beamte Platzwunden. Die Polizei konnte schließlich rund 500 VfB-Anhänger einkesseln – eine Maßnahme, die sich über Stunden hinzog, während der FC Bayern in der Arena seine 35. Meisterschaft feierte.

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Eskalation mit unerwartetem Ausmaß

Zunächst war von deutlich weniger Beteiligten die Rede gewesen, doch im Laufe des Einsatzes wurde das tatsächliche Ausmaß der Ausschreitungen klar. Kräfte des Unterstützungskommandos (USK) riegelten die Umgebung ab. Um 17.52 Uhr informierte USK-Chef Patrick Bieber die Eingekesselten, dass gegen sie wegen Landfriedensbruchs ermittelt werde.

Anschließend begannen umfangreiche Kontrollen: Die Beamten fotografierten die Stuttgart-Anhänger, durchsuchten sie und brachten sie dann in einen bereitgestellten Bus. In mehreren Sonderfahrten transportierte die MVG die VfB-Ultras schließlich in die Münchner Innenstadt.

Friedlicher Abtransport mit musikalischer Begleitung

Um 19.38 Uhr parkte der Bus gegenüber dem Luxushotel „Bayerischer Hof“. Dort warteten bereits USK-Polizisten, die die VfB-Anhänger die letzten Meter zum Polizeipräsidium begleiteten. Die Maßnahmen verliefen zu diesem Zeitpunkt friedlich.

Gegen 19.45 Uhr erreichte die erste Gruppe den Polizeigewahrsam an der Löwengrube 3. Dabei sangen einige der VfB-Anhänger den Monty-Python-Song „Always Look on the Bright Side of Life“ (deutsch: Sieh immer die positive Seite des Lebens). Laut Einsatzleitung handelte es sich um eine Maßnahme in dieser Größenordnung, die es so bislang nicht gegeben hat.

Bis wann die Stuttgart-Anhänger in Polizeigewahrsam waren, ist bisher nicht bekannt. Die Polizei kündigte an, im Laufe des Montagvormittags eine ausführliche Pressemeldung zu den Krawallen zu veröffentlichen. Der Vorfall wirft erneut Fragen nach der Sicherheit bei Fußballspitzenveranstaltungen auf.

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