Großes Fanfest in München nach historischen WM-Qualifikationen
Die Münchner Leopoldstraße verwandelte sich am Dienstagabend in eine spontane Feiermeile, nachdem sowohl die türkische als auch die bosnische Fußballnationalmannschaft die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft geschafft hatten. Erstmals seit 24 Jahren ist die Türkei wieder bei einer WM dabei, während Bosnien-Herzegowina mit einem Sieg gegen Italien einen bemerkenswerten Erfolg feierte. Die ausgelassene Stimmung zog Hunderte Fans auf die Straßen Schwabings und der Maxvorstadt.
Zwei Fanlager in zeitlichem Abstand
Nur etwa 15 Minuten nach dem Ende des türkischen Playoff-Finals gegen Kosovo stürmten bereits die ersten jubelnden Türkei-Fans gegen 23 Uhr auf die Leopoldstraße. Viele fuhren in ihren Autos zwischen Münchner Freiheit und Siegestor, hupten laut und schwenkten Fahnen. Zusätzlich formierte sich ein Fanmarsch mit rund 350 Teilnehmern, der über die Leopoldstraße zum Siegestor zog. Die bosnischen Fans kamen etwas später hinzu, da ihr Spiel durch ein Elfmeterschießen verlängert wurde. Sie bevölkerten schlagartig die Leopold- und Ludwigstraße, wobei sich an der Ecke Trautenwolfstraße bis zu 300 Anhänger versammelten und ebenfalls einen Marsch zum Siegestor starteten.
Polizeieinsatz mit Straßensperrungen und Verkehrskontrollen
Die Münchner Polizei war mit insgesamt etwa 80 Beamten im Einsatz, um die Feierlichkeiten zu überwachen und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Aufgrund der Lärmbelästigungen durch die feiernden Fans wurden zunächst die Ludwigstraße und später zusätzlich die Leopoldstraße zeitweise für den Verkehr gesperrt. Der Polizeieinsatz dauerte bis etwa 2 Uhr nachts. Während dieser Zeit wurden über 50 Verkehrsverstöße geahndet, darunter Verstöße gegen die Gurtpflicht, laut aufheulende Automotoren und andere Delikte. Ein Polizeisprecher berichtete, dass vereinzelt Pyrotechnik von beiden Fanlagern gezündet wurde, aber es gab keine größeren Zwischenfälle zwischen den Gruppen, da die Türken größtenteils bereits abgezogen waren, als die Bosnier am Siegestor eintrafen.
Insgesamt schätzte die Polizei die Zahl der feiernden Fans auf rund 700 Personen. Die spontanen Feiern verliefen weitgehend friedlich, und die Beamten konnten den Einsatz gegen 2 Uhr beenden, nachdem die Straßen wieder geräumt waren. Dieses Ereignis unterstreicht die lebhafte Fußballkultur in München und die Freude über internationale Sporterfolge, die auch auf den Straßen der Stadt sichtbar wird.



