Premier League: Arsenal auf Meisterschaftskurs - Doch neutrale Fans wollen Gunners nicht als Sieger
Der FC Arsenal befindet sich auf dem absolut besten Weg, erstmals seit dem legendären Jahr 2004 wieder englischer Meister zu werden. Die Mannschaft von Trainer Mikel Arteta führt die Tabelle mit beeindruckender Autorität an und zeigt eine bemerkenswerte Konstanz in dieser Saison. Dennoch scheint es eine merkwürdige Dynamik zu geben: Während die Gunners auf dem Platz brillieren, stößt ihr Erfolg bei vielen neutralen Fußballfans auf unerwartete Ablehnung und Reserviertheit.
Legenden äußern sich zu seltsamer Fan-Reaktion
Die beiden Fußball-Ikonen Thierry Henry und Jamie Carragher haben in der Sendung Monday Night Football eine bemerkenswerte Beobachtung geteilt. Henry, der selbst 2004 als Spieler bei Arsenal den Meistertitel gewann, sprach offen über die Stimmung: „Viele Leute denken sich: Alles, nur nicht, dass Arsenal die Meisterschaft gewinnt.“ Der französische Stürmer-Legende zeigte sich sichtlich irritiert von dieser Haltung, die er in vielen Fußballkreisen wahrnimmt.
Henry erklärte weiter: „Ob ich Liverpool nun mag oder nicht: Man drückt normalerweise dem Außenseiter die Daumen, der Mannschaft, die es lange nicht geschafft hat oder die Meisterschaft verpasst hat. Aber bei Arsenal ist das anders. Viele wollen einfach nicht, dass sie gewinnen.“ Besonders bemerkenswert ist dieser Umstand, da Arsenal nicht als Top-Favorit in die Saison startete – diese Rolle hatten Manchester City und der FC Liverpool inne.
Carragher bestätigt ungewöhnliches Phänomen
Jamie Carragher, die Liverpool-Legende, stimmte Henry voll und ganz zu und äußerte sein Befremden: „Ich finde das sehr seltsam. Normalerweise wollen die meisten neutralen Zuschauer den Außenseiter – die Mannschaft, die den Kampf sucht und gegen den etablierten Favoriten antritt.“ Doch bei Arsenal scheine diese Dynamik nicht zu greifen.
Der 48-jährige Experte spekulierte über mögliche Gründe: „Vielleicht gibt es viele Fans von Manchester United oder Liverpool, die sich trotz der Rivalität zu Manchester City denken: Vielleicht möchte ich doch lieber, dass City gewinnt als Arsenal.“ Carragher führte weiter aus, dass Arsenal etwas an sich habe – sei es der spezifische Fußballstil oder das Auftreten von Trainer Arteta an der Seitenlinie – das vielen Fußballfans gegen den Strich gehen könnte.
Kritik an Artetas Spielphilosophie
Die Diskussion um Arsenal wird zusätzlich befeuert durch kritische Äußerungen gegnerischer Trainer in den vergangenen Wochen. Trainer wie Fabian Hürzeler von Brighton & Hove Albion haben sich negativ zum Spielstil der Gunners geäußert. Dem Team um Mikel Arteta wird vorgeworfen, nicht unbedingt attraktiven Fußball spielen zu wollen, sondern mit allen Mitteln – und manchmal kontroversen Methoden – den Sieg anzustreben.
Diese Kritik an der Spielphilosophie könnte ein weiterer Faktor sein, der die neutrale Fußballgemeinde spaltet. Während Arsenal mit neun Punkten Vorsprung auf Manchester City (bei einem absolvierten Spiel mehr) hervorragend dasteht, scheint der Weg dorthin nicht allen zu gefallen. Die Gunners müssen nicht nur auf dem Platz überzeugen, sondern auch die Herzen der neutralen Fans gewinnen – eine Herausforderung, die in dieser Saison unerwartet schwierig erscheint.



