Atik mit klaren Worten vor entscheidendem Kellerduell
Seit fast drei Wochen befindet sich der 1. FC Magdeburg auf einem Abstiegsplatz der 2. Fußball-Bundesliga. Vier Punkte fehlen dem Team aktuell zum rettenden Ufer. Vor dem wichtigen Auswärtsspiel bei Preußen Münster am Sonntag (13.30 Uhr) spricht Baris Atik nun deutliche Worte.
„Für mich ist es ein Tabu, abzusteigen“, erklärt der 31-jährige Spielgestalter, der seit Anfang 2021 für den Verein kickt. „Das wäre das Schlimmste, was mir in meiner Karriere passieren würde.“ Mit seinen 176 Zweitliga-Einsätzen ist Atik der erfahrenste Spieler im Kader und zählt mit acht Vorlagen und vier Toren zu den offensivstarken Akteuren der Liga.
Mentalität als Schlüssel zum Erfolg
Dem Tabellenletzten bleiben nur noch acht Partien zur Punktejagd. Atik betont die Bedeutung der kommenden Begegnung: „Nur ein Punkt gegen Darmstadt war nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Natürlich ist jetzt Druck da, wir sind auf dem letzten Platz und die Spiele werden weniger.“
Der Vizekapitän sieht die Mentalität als entscheidenden Faktor: „Ab jetzt entscheidet die Mentalität, denn Fußball spielt sich extrem im Kopf ab. Wer mental nicht stark genug ist, kann sich gern bei mir melden. Münster wird ein Sechs-Punkte-Spiel.“
Statistiken trügen über die Realität hinweg
Atik äußert sich kritisch zur Diskrepanz zwischen den Teamstatistiken und der Tabellenposition: „Statistik können wir uns irgendwo hinschieben. Fußball ist Ergebnissport und die Ergebnisse sind nicht gut.“
Der Spielmacher benennt konkrete Probleme:
- Viele individuelle Fehler in der Defensive
- Zu kompliziertes Spiel aus der Abwehr heraus
- Nicht ausreichende Chancenverwertung im Angriff
„Diese Blockade müssen wir lösen und den Glauben manifestieren. Brust raus und volles Brett voraus, dann sind wir auf einem guten Weg“, fordert Atik seine Mannschaftskollegen auf.
Persönliche Verantwortung und Führungsrolle
In der vergangenen Woche suchte der Vizekapitän bewusst Einzelgespräche mit seinen Mitspielern. „Wir haben verschiedene Charaktere und du kannst nicht jeden streicheln. Manchem muss klipp und klar gesagt werden, was er falsch macht, da gibt es auch mal Feuer“, erklärt Atik seinen Führungsstil.
Nach fast fünfeinhalb Jahren beim Verein geht es dem Spieler um mehr als nur sportlichen Erfolg: „Für mich geht es nicht einfach nur um den Fußball, sondern um die Ehre und den Stolz und die Menschen in der Region. Die Situation geht mir extrem nah.“
Atik verspricht: „Ich werde alles daran setzen, die Jungs da unten rauszuholen und den Verein zu retten. Es ist für mich extrem wichtig, dass dieser Verein in dieser Liga bleibt.“
Keine Handbremse trotz Gelbgefahr
Mit neun Verwarnungen steht der erfahrene Mittelfeldspieler kurz vor einer Gelbsperre. Doch Atik betont: „Die jüngsten Karten habe ich in den letzten beiden Spielen nach taktischen Fouls bekommen. Ich werde in Münster nicht mit Handbremse ins Spiel gehen.“
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der 1. FC Magdeburg den drohenden Abstieg noch abwenden kann. Mit Spielern wie Baris Atik, die klare Worte finden und Verantwortung übernehmen, hat der Verein zumindest eine kämpferische Grundlage für die entscheidenden Partien.



