Nach 23 Jahren im Profifußball ist Schluss: Erzgebirge Aue steigt aus der 3. Liga ab. Das 2:2 gegen Wehen Wiesbaden reichte nicht, um den Absturz noch einmal aufzuschieben.
Spielverlauf: Aue kämpft, aber es reicht nicht
Moritz Flotho brachte die Hessen vor 5600 Zuschauern in der 24. Minute in Führung. Tristan Zobel antwortete nur drei Minuten später und traf zum 1:1 (27.). Doch Wiesbadens Tarik Gözüsirin schlug in der 78. Minute erneut zu. Moritz Seiffert rettete Aue mit dem 2:2 (85.) zumindest einen Punkt. Zu wenig! Um 15.54 Uhr war der Abstieg in die Regionalliga besiegelt – und das ausgerechnet im Jahr des 80. Vereinsjubiläums.
Interimstrainer setzt auf jungen Torhüter
Interimstrainer Khvicha Shubitidze stellte den erst 22 Jahre alten Louis Lord ins Tor. „Das war so abgesprochen, bis zum Pokal sollte Martin Männel stehen, dann wollten wir Louis für die Trainingsleistungen belohnen“, sagte der Coach bei MagentaSport. Lord zeigte mehrfach starke Paraden und hielt sein Team im Spiel. Beim 0:1 durch Flotho war er machtlos. Schon zuvor hatte er Glück, dass Sascha Mockenhaupt den Ball aus drei Metern nicht im leeren Auer Kasten unterbrachte (6.).
Nach dem Ausgleich durch Zobel war Aue die bessere Mannschaft. Auch nach der Pause erspielten sich die Gastgeber gute Chancen. Dann die kalte Dusche: Gözüsirin verwandelte eine Ecke direkt (78.). Dabei sah Lord nicht gut aus. Doch Aue kam nach Gelb-Rot für Wiesbadens Niklas May (69.) noch einmal zurück. Seiffert verwertete eine Eingabe zum 2:2 (85.).
Bittere Bilanz: Aue 2026 sieglos
Am Ende bleibt die bittere Bilanz: Aue ist 2026 als einziges Team unter allen 54 deutschen Profiklubs ohne Sieg. Nach dem Schlusspfiff herrschte gespenstische Stille im Erzgebirgsstadion. Jetzt kann nur noch ein Sieg im Sachsenpokal-Finale beim FSV Zwickau (23. Mai) die desaströse Saison etwas versöhnlicher beenden.
Neuanfang in der Regionalliga
In der Regionalliga wollen die Auer einen Neuanfang starten – mit dem klaren Ziel Wiederaufstieg! In der kommenden Saison steigt der Meister der Regionalliga Nordost direkt in die 3. Liga auf.



