FC Augsburg: Emotionale Kritik am Video-Assistenten nach Mainz-Niederlage
Nach der 0:2-Niederlage des FC Augsburg beim FSV Mainz 05 kochen die Emotionen hoch. Trainer Manuel Baum und Mittelfeldspieler Elvis Rexhbecaj üben massive Kritik am Video-Assistenten (VAR), wobei Rexhbecaj sogar dessen Abschaffung fordert. Die bayerischen Schwaben sehen sich durch eine umstrittene Elfmeter-Entscheidung in der frühen Spielphase benachteiligt.
Baum: "Aberwitzig und unverständlich"
Trainer Manuel Baum äußert sich nach dem Spiel äußerst verärgert. "Wir sind als FC Augsburg in den vergangenen Wochen öfter benachteiligt worden", erklärt er und fügt hinzu: "Daran können wir nichts ändern, aber ich will das auch nicht einfach so hinnehmen." Sein Ärger entzündet sich an einem Strafstoß in der ersten Halbzeit, der nach minutenlanger VAR-Überprüfung bestehen bleibt.
Baum kritisiert insbesondere, dass Schiedsrichter Patrick Ittrich sich die Szene nicht selbst am Monitor angesehen hat. "Im Videokeller wurde ein Kontakt gesucht, aber nicht gefunden", poltert der Trainer. "Da wäre es das Mindeste gewesen, dass der Schiedsrichter rausgeschickt wird, um sich das selbst anzuschauen. Dann wäre er zum Schluss gekommen, den Elfmeter zurückzunehmen."
Aus seiner Sicht sei die Entscheidung "komplett unverständlich". "Man sieht in keinem Bild eine Berührung, da bewegt sich nicht einmal ein Stutzen. Man sieht nur einen Spieler, der hinfällt", so Baum weiter. Er bezeichnet es als "aberwitzig, dass ein nicht sichtbarer Kontakt dazu führt, dass die Entscheidung bestehen bleibt".
Rexhbecaj fordert Abschaffung des VAR
Mittelfeldspieler Elvis Rexhbecaj geht in seiner Kritik noch einen Schritt weiter. Der 28-Jährige äußert sich enttäuscht über die VAR-Entscheidung: "Es ist bitter, denn selbst mit der Lupe siehst du fast gar keinen Kontakt." Für ihn handelt es sich eindeutig um eine Fehlentscheidung.
Rexhbecaj macht grundsätzliche Bedenken am Video-Assistenten deutlich: "Der VAR macht einfach viel zu viele Fehler, warum auch immer", erklärt der Spieler. "Ich könnte mit Fehlentscheidungen des Schiedsrichters besser leben als mit Fehlentscheidungen nach Videobeweis. Das dürfte es eigentlich gar nicht geben."
Daher plädiert er für eine Rückkehr zum alten System: "Ich wünsche mir, dass es wieder ist wie früher", so Rexhbecaj deutlich. Seine Forderung nach Abschaffung des VAR unterstreicht die emotionale Aufgeladenheit der Situation nach der Niederlage in Mainz.
Gegenpositionen und unterschiedliche Wahrnehmungen
Schiedsrichter Patrick Ittrich erklärt seine Entscheidung gegenüber dem Streamingdienst DAZN anders: "Ich stand auf dem Platz und habe gesehen, dass der Spieler Bell ganz klar den Ball spielt und der Spieler Rexhbecaj voll durchzieht und es zu einem klaren Kontakt am Fuß kommt und ich höre ihn auch." Nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten blieb die Entscheidung bestehen, da die Bilder den Elfmeter weder widerlegen noch belegen konnten.
Mainzer Spieler Stefan Bell spricht von einer "leichten Berührung", während Rexhbecaj und sein Trainer kaum einen Kontakt erkennen können. Diese unterschiedlichen Wahrnehmungen zeigen das grundsätzliche Problem bei der Anwendung der Videotechnologie im Fußball.
Die Diskussion um den VAR wird durch diese kontroverse Szene in Mainz erneut angeheizt. Während Befürworter auf die grundsätzliche Verbesserung der Entscheidungsqualität verweisen, kritisieren Gegner wie die Augsburger Spieler und Trainer die subjektive Interpretation von Szenen und die daraus resultierenden Ungerechtigkeiten.



