Abschied eines Schiedsrichter-Profis: Deniz Aytekin pfeift letztes Mal im Volksparkstadion
Der bekannte Bundesliga-Schiedsrichter Deniz Aytekin (47) bestreitet am Samstag sein letztes Spiel im Hamburger Volksparkstadion. Bei der Partie des HSV gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr, Sky) sagt der dreimalige "Schiedsrichter des Jahres" (2019, 2022, 2024) nach über zwei Jahrzehnten im Profifußball zum Volksparkstadion: "Tschüs".
Eine bewegte Karriere mit Hamburg-Bezug
Aytekin, der neben seiner Schiedsrichtertätigkeit als Betriebswirt und Unternehmer arbeitet, blickt auf eine lange Laufbahn zurück. Seine Premiere bei einem HSV-Spiel feierte er bereits am 15. März 2009, als der HSV gegen Energie Cottbus mit 2:0 gewann. Das Abschiedsspiel gegen Augsburg wird sein 34. Spiel mit HSV-Beteiligung.
Die Bilanz aus Hamburger Sicht könnte besser sein: Acht Siege und acht Unentschieden stehen 17 Niederlagen gegenüber. Insgesamt werden die HSV-Spiele mit Aytekin-Beteiligung inklusive des Augsburg-Spiels dann 1.358.009 Zuschauer live im Stadion verfolgt haben. Allein im Volksparkstadion pfiff er vor 769.009 Fans.
Besondere Momente und herausfordernde Spiele
Im Volksparkstadion war Aytekin bisher 14 Mal als Unparteiischer im Einsatz. Hier zeigt sich eine ausgeglichene Bilanz mit fünf HSV-Erfolgen, vier Remis und fünf Niederlagen. Der Schiedsrichter äußert sich emotional zu seinem letzten Auftritt: "Ich freue mich, dass ich noch mal im Volksparkstadion pfeifen darf. Dort herrscht stets eine besondere Atmosphäre. Es ist ein cooles Stadion."
Zu den brisantesten Spielen in Hamburg unter Aytekins Leitung zählen:
- Das Relegations-Hinspiel 2015 gegen Karlsruhe (1:1)
- Das Relegations-Rückspiel 2022 gegen Hertha BSC (0:2)
Besonders bitter für HSV-Fans: Trotz eines 1:0-Siegs in Berlin verpasste der Verein 2022 den Aufstieg in die Bundesliga.
Würdigung durch den HSV
HSV-Sportdirektor Claus Costa (41) würdigt den scheidenden Schiedsrichter: "Deniz Aytekin steht für einen außergewöhnlichen Mix aus Fachkompetenz, Kommunikation, Ruhe und Fingerspitzengefühl. In einem Umfeld, in dem die Schiedsrichter Woche für Woche unter Druck stehen, schafft er es, Spiele mit Souveränität, Klarheit und Fairness zu leiten."
Costa fügt hinzu: "Für seine sieben verbleibenden Ligaspiele wünschen wir ihm, genauso wie für die Zeit nach der Schiedsrichterkarriere, nur das Beste." Aytekin selbst betont: "Bei mir überwiegt die Dankbarkeit, dass ich so lange in der Bundesliga pfeifen durfte."
Der Abschied im Volksparkstadion markiert nicht nur das Ende einer Ära für Aytekin, sondern auch den Schlusspunkt unter einer besonderen Beziehung zwischen dem Schiedsrichter und dem traditionsreichen Hamburger Fußballtempel.



