Markus Babbel zieht im Podcast deutliche Bilanz über Matthäus und DFB-Vergangenheit
Im SPORT1-Podcast Deep Dive hat Markus Babbel ausführlich über seine Zeit in der deutschen Nationalmannschaft gesprochen. Besonders deutlich wurde der ehemalige Verteidiger bei seiner Einschätzung von Lothar Matthäus. „Lothar war ein schwieriger Charakter, der viele blockieren kann“, erklärte Babbel ohne Umschweife. Die beiden waren zwar sowohl beim FC Bayern als auch im DFB-Team Kollegen, doch eine Freundschaft entwickelte sich nie.
Matthäus' Abwesenheit bei EM 1996 als Schlüssel zum Erfolg
Babbel erinnerte an die Europameisterschaft 1996 in England, bei der Matthäus überraschend nicht nominiert wurde. „Es entstand eine sehr gute Stimmung im Team. Woran das lag? Lothar war nicht dabei“, so der 53-Jährige. Zwar räumte er ein, dass Matthäus „vom fußballerischen mit Abstand der beste Fußballer“ gewesen sei, den er je gesehen habe. Doch sein Charakter habe Probleme bereitet. Trainer Berti Vogts habe ihn deshalb bewusst zu Hause gelassen, was anderen Spielern wie Jürgen Klinsmann, Matthias Sammer oder Stefan Reuter die Möglichkeit zum Aufblühen gab.
Alte Konflikte und das Buch-Zitat von 2012
Die Spannungen zwischen Babbel und Matthäus sind nicht neu. Bereits 2012 hatte Matthäus in seinem Buch Babbel zusammen mit Jens Jeremies und Thomas Linke als „Arschkriecher“ bezeichnet, die von ihm als großem Star profitieren wollten. Im Podcast ging Babbel nun seinerseits auf die Beziehung ein und machte klar, dass eine Versöhnung unwahrscheinlich ist.
Kuriose Party-Panne und BVB-Rivalitäten
Babbel verriet auch kuriose Details vom EM-Triumph 1996. Nach dem Halbfinalsieg gegen England im Elfmeterschießen fiel die Feier im englischen Hotel buchstäblich ins Wasser: „Die haben um 1 Feierabend gemacht“, berichtete er und nannte es „eine der schlechtesten Feiern, die ich je in meiner Karriere gefeiert habe.“ Drei Tage später wurde dann nach dem 2:1-Finalsieg gegen Tschechien umso ausgelassener gefeiert.
Zudem sprach Babbel offen über die damaligen Rivalitäten innerhalb des DFB-Teams. Als Bayern-Spieler hatte er besonders mit den Dortmundern seine Probleme. „Es hat mich angekotzt, dass ein Jürgen Kohler vor mir spielt. Ein Dortmunder Spieler, der vor einem Bayern-Spieler spielt. Das kann nicht sein“, gestand er. Obwohl er Kohler als einen der besten Innenverteidiger aller Zeiten anerkannte, hieß es bei BVB-Geschichten innerlich oft: „Halt die Gosch.“
Babbel als Stammkraft im EM-Triumph
Sportlich war Babbel bei dem Titelgewinn eine feste Größe. Er stand in fünf der sechs Spiele in der Startelf, nur im bereits entschiedenen letzten Gruppenspiel gegen Italien wurde er geschont. Sein Rückblick im Podcast zeigt einmal mehr, wie sehr persönliche Dynamiken und Vereinsrivalitäten auch die Nationalmannschaft prägten – und wie die Abwesenheit eines Superstars wie Matthäus manchmal zum Teamerfolg beitragen kann.



