Ballacks offene Worte: „Werte, die ich nicht vertrete“ – Kritik an Löw und Lahm nach WM-Aus
Ballack kritisiert Löw und Lahm nach WM-Aus 2010

Ballacks offene Worte: „Werte, die ich nicht vertrete“ – Kritik an Löw und Lahm nach WM-Aus

Der ehemalige Fußballstar Michael Ballack (49) hat in einem emotionalen Interview bei Sky deutliche Kritik am früheren Bundestrainer Joachim Löw (66) und seinem Nachfolger als Kapitän der Nationalmannschaft, Philipp Lahm (42), geäußert. In der Sendung „Meine Geschichte“ mit Moderator Riccardo Basile (34) sprach Ballack über die schwierige Zeit nach seiner schweren Verletzung kurz vor der WM 2010, die sein Karriereende in der Nationalelf bedeutete.

Das folgenschwere Foul und die Folgen

Kurz vor der Weltmeisterschaft 2010 erlitt Michael Ballack, damals Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und Spieler bei Chelsea, im englischen Pokalfinale durch ein Foul von Kevin Prince Boateng (damals Portsmouth) eine schwere Fußverletzung. Diese Verletzung bedeutete nicht nur das Aus für die WM-Teilnahme, sondern markierte auch das Ende seiner internationalen Karriere. Ballack beschreibt die Monate nach diesem Ereignis als mental herausforderndste Zeit seiner Laufbahn.

„Ich habe das als ungerecht empfunden!“, erklärt Ballack mit deutlichen Worten. „Für mich, wie der Bundestrainer da mit mir umgegangen ist oder wie er auch NICHT mit mir umgegangen ist – also eben nicht kommuniziert hat.“

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Die Kritik an Joachim Löw

Besonders enttäuscht zeigt sich Ballack über das Kommunikationsverhalten von Joachim Löw. Der Bundestrainer hielt sich lange Zeit bedeckt, ob er Ballack noch eine Rückkehr in die Nationalmannschaft ermöglichen würde. Erst im Juni 2011 – mehr als ein Jahr nach der Verletzung – teilte Löw seine Entscheidung mit, die Tür für eine Rückkehr endgültig zu schließen.

Ballack bemängelt zudem, dass Löw Philipp Lahm nicht kritisierte, als dieser in einem Interview erklärte, die Kapitänsbinde nicht mehr abgeben zu wollen. Viele Beobachter werteten diese Äußerung damals als offene Revolte gegen den verletzten Kapitän. „Es war kein Alleingang von Philipp Lahm!“, betont Ballack und fügt hinzu: „Das meinte ich mit ungerecht. Das sind Werte, die ich nicht vertrete!“

Fehlende Wertschätzung und Respekt

Der ehemalige Nationalspieler vermisste vor allem eine offene Kommunikation und respektvolle Behandlung durch den Bundestrainer. „Ich hätte mir einfach eine offenere Kommunikation in Sachen von Jogi Löw gewünscht“, so Ballack. „Dann gebietet es zumindest der Respekt, das, was ich geleistet habe für die Nationalmannschaft, die zehn Jahre vorher, dass man es mir ins Gesicht sagt.“

Obwohl Ballack das Gespräch mit Löw aktiv suchte, kam es nie zu einer Aussprache. „Für mich war das zu dem Zeitpunkt einfach enttäuschend“, erinnert sich der 49-Jährige. „Ich habe das eingefordert, aber Jogi Löw ist damals ausgewichen! Er wollte sich, glaube ich, auch eine Hintertür offenlassen. Also, er hat das immer wieder aufgeschoben!“

Vermutungen über frühe Entscheidungen

Ballack vermutet, dass Löw bereits kurz nach der Verletzung die Entscheidung getroffen hatte, nicht mehr mit ihm zu planen. „Der Bundestrainer hat es durchlaufen lassen, wissend natürlich, was das bewirkt in der Gesamtkonstellation, und da war ich gerade mal drei Wochen, zwei Wochen verletzt. Also auch da war, glaube ich, beim Bundestrainer schon die Entscheidung gefallen!“

Das Thema beschäftigt den ehemaligen Fußballprofi noch heute, da es nie zu einer Aufarbeitung mit Löw und Lahm kam. Die Enttäuschung über das damalige Verhalten und die fehlende Kommunikation ist auch Jahre später noch deutlich spürbar.

Die Sendung „Meine Geschichte“ mit dem ausführlichen Interview von Michael Ballack wird am 13. März um 23:15 Uhr auf Sky ausgestrahlt und gibt tiefe Einblicke in eine der prägendsten Phasen der Karriere des ehemaligen Nationalspielers.

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