Mario Basler beendet Zusammenarbeit mit dem DFB
Der ehemalige Nationalspieler und Bayern-Star Mario Basler hat einen radikalen Schritt vollzogen. Der 57-Jährige hat seine Mitgliedschaft für die Fußball-Lehrer-Lizenz beim Deutschen Fußball-Bund gekündigt. In der BR-Sendung "Heute im Stadion" erklärte Basler seine Entscheidung mit deutlichen Worten: "Ich glaube auch dem DFB nichts mehr. Die bekommen von mir nicht einen Euro mehr. Für mich ist der DFB erledigt."
Rüdiger-Nominierung als Auslöser
Der Hauptgrund für Baslers drastische Maßnahme ist die erneute Berufung von Antonio Rüdiger in die Nationalmannschaft. Basler wirft dem DFB vor, eigene Werte zu verraten: "Ich finde, die treten diese Werte, die sie irgendwann einmal vorgegeben haben, gerade mit Füßen, wenn man einen Spieler wie Rüdiger wieder einlädt. Ich finde es eine absolute Schweinerei."
Rüdiger war in der Vergangenheit mehrfach durch kontroverse Vorfälle aufgefallen. Besonders sein Ausraster beim Copa-del-Rey-Finale zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona im vergangenen Jahr sorgte für Kritik. Nach einem Foulpfiff beleidigte der Innenverteidiger den Schiedsrichter und warf eine Tape-Rolle in dessen Richtung.
Kritik an DFB-Führung und Nagelsmann
Basler übt nicht nur Kritik an der Personalentscheidung, sondern auch an der gesamten Führung des Verbandes. Selbst Bundestrainer Julian Nagelsmann gerät ins Visier des Ex-Profis: "Julian Nagelsmann kann man ja mittlerweile nichts mehr glauben. Er hat sich bei mir völlig unglaubwürdig gemacht, weil er einfach einen Rüdiger wieder einlädt, der auf Bewährung gespielt hat."
Sogar Nagelsmanns Zukunft als Bundestrainer stellt Basler infrage. Der 57-Jährige vermutet, dass Nagelsmann nach der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada (11.6. - 19.7.2026) zurücktreten könnte. Diese Spekulation bleibt jedoch unbestätigt.
Konsequenzen bleiben aus
Besonders empört zeigt sich Basler darüber, dass nach Rüdigers Eskapaden keine spürbaren Konsequenzen folgten. DFB-Sportdirektor Rudi Völler hatte das Verhalten des Verteidigers zwar kritisiert und Maßnahmen angekündigt, aus Baslers Sicht ist jedoch nichts passiert. Diese Untätigkeit des Verbandes hat maßgeblich zu seiner Entscheidung beigetragen, die Zusammenarbeit komplett zu beenden.
Die Kündigung der Fußball-Lehrer-Lizenz bedeutet für Basler nicht nur einen symbolischen Akt, sondern hat auch praktische Konsequenzen. Ohne diese Lizenz kann er offiziell nicht als Trainer im deutschen Profifußball arbeiten, falls er dies jemals in Betracht ziehen sollte.
Die Reaktionen auf Baslers Schritt fallen unterschiedlich aus. Während einige seine prinzipientreue Haltung loben, kritisieren andere die Schärfe seiner Äußerungen. Unabhängig von den verschiedenen Meinungen markiert dieser Vorfall einen weiteren Tiefpunkt in der Beziehung zwischen prominenten Ex-Spielern und dem DFB.



