Hoffenheims Torwart Baumann nach 0:5-Pleite ratlos: Nationalelf kein Trost
Nach der klaren 0:5-Niederlage seiner TSG Hoffenheim bei RB Leipzig in der Fußball-Bundesliga sprach Torwart Oliver Baumann offen über Frust und Ratlosigkeit. Selbst die Berufung zur deutschen Nationalmannschaft konnte den 35-Jährigen nicht trösten. „Gar nichts“ bringe ihm gerade die Einladung von Nationaltrainer Julian Nagelsmann, konstatierte Baumann enttäuscht am Sky-Mikrofon.
Defizite im Club überschatten Nationalelf-Freude
Die Aussicht auf die WM-Testspiele in der Schweiz und gegen Ghana vermochte es nicht, die schlechte Laune des Hoffenheim-Keepers zu vertreiben. „Die Nationalmannschaft tut immer gut, aber heute tut es erstmal so weh, dieses Spiel“, sagte Baumann nach der Handvoll Tor-Ohrfeigen im Duell um einen Champions-League-Platz. Ein Leipzig-Trikot auf der Schulter blieb seine einzige Beute des Abends, was die Enttäuschung über die klare Niederlage zusätzlich unterstrich.
Ratlosigkeit und Defensivprobleme dominieren
Baumann beschrieb die Stimmung im Team nach dem Spiel als geprägt von Verwirrung. „Es war schon so, also gefühlt, so eine Ratlosigkeit da“, erklärte der Torhüter. Trainer Christian Ilzer pflichtete seinem Schlussmann grundsätzlich bei, benötigte jedoch zunächst Abstand für eine sachliche Analyse. „Da werde ich zumindest noch eine Nacht brauchen, um das dann so zu filtern. Emotionen weglassen, sachlich nüchtern das Spiel dann nochmal vor Augen führen“, sagte Ilzer.
Die Defensivprobleme der TSG sind offensichtlich: Mit 39 Gegentoren weist Hoffenheim den negativen Spitzenwert unter den besten sechs Teams der Liga auf. Diese Bilanz stellt für Baumann ein erhebliches Problem dar, das dringend angegangen werden muss.
Tabellensituation und fehlender Aufwach-Effekt
Nach nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen und dem Fünf-Tore-Schock in Leipzig hat Hoffenheim den scheinbar sicheren dritten Tabellenplatz verloren. Auf Platz fünf gerät die Qualifikation für die Königsklasse in Gefahr. Mittelfeldspieler Grischa Prömel betonte mit genervtem Unterton: „Wir sind die TSG Hoffenheim, wir schauen von Spiel zu Spiel“ – ein Ausdruck der kollektiven Frustration, die das Team erfasst hat.
Baumann hatte während des Spiels noch versucht, seine Mitspieler zu motivieren, als er sich in der ersten Halbzeit angesichts von vier Gegentoren binnen 27 Minuten wie in einer Schießbude fühlen musste. Lautstark und gestenreich konfrontierte er seine Kollegen, verfolgte sie fast bis zur Mittellinie. Der erhoffte Aufwach-Effekt blieb jedoch aus. „Das ist im Spiel immer schwierig, dann irgendwie: Ja, jetzt musst du einen Schalter umlegen oder so“, resümierte Baumann. Der Schalter blieb bei den Hoffenheimern auf Stand-by.
Perspektive und nächste Schritte
Vielleicht ist Baumann doch ganz froh, zu Julian Nagelsmann und zum DFB-Team zu reisen, um kurzzeitig Abstand von den Club-Problemen zu gewinnen. Die anstehende Analyse im Kraichgau wird er verpassen, doch ohne gründliche Aufarbeitung kann es nicht weitergehen. Die TSG Hoffenheim steht vor der Herausforderung, ihre Defensivschwächen zu beheben und den verlorenen Tabellenplatz zurückzuerobern, um die Champions-League-Qualifikation nicht zu gefährden.



