Baumgarts emotionale Rückkehr nach Hamburg: Union-Trainer kehrt zu seiner ersten Liebe zurück
Baumgarts emotionale Rückkehr nach Hamburg mit Union Berlin

Emotionale Rückkehr: Baumgart kehrt als Union-Coach zum HSV zurück

Steffen Baumgart kehrt zu seiner ersten Fußball-Liebe zurück – wenn auch nur für einen Tag. Der Cheftrainer des 1. FC Union Berlin bereitet sich auf ein besonderes Bundesliga-Spiel vor, wenn seine Mannschaft am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Volksparkstadion beim Hamburger SV antritt. „Ich freue mich auf ein sehr emotionales und interessantes Spiel und kann sagen, dass schon eine große Aufregung mitschwingt“, verrät der 54-Jährige in einem Interview auf der HSV-Webseite.

Verpasstes Wiedersehen in der Hinrunde

Ein Wiedersehen mit seinem einstigen Assistenten und heutigen HSV-Cheftrainer Merlin Polzin am Spielfeldrand war in der Hinrunde noch ausgefallen. Damals fehlte Baumgart ausgerechnet gegen die Hamburger wegen einer Roten Karte im vorherigen Spiel gegen Eintracht Frankfurt. „Es ärgert mich noch sehr, dass ich das Hinspiel verpasst habe“, gesteht der Trainer. „Denn zum einen war es vermeidbar und zum anderen stehe ich als Trainer lieber am Spielfeldrand als in irgendeinem Container.“

Neun Monate HSV: Liebe allein reichte nicht

Neun Monate lang war Baumgart Cheftrainer beim Hamburger SV. Bei seinem Amtsantritt im Februar 2024 als Nachfolger von Tim Walter machte der gebürtige Rostocker keinen Hehl aus seiner tiefen Verbundenheit zu dem Traditionsverein. Doch die emotionale Bindung allein genügte nicht – der ersehnte Aufstieg aus der 2. Bundesliga blieb aus.

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Im November desselben Jahres stand Baumgart beim 2:2 gegen Schalke 04 zum letzten Mal als HSV-Cheftrainer im Volksparkstadion. Die Hamburger belegten zu diesem Zeitpunkt nur Rang acht in der Tabelle, und die Verantwortlichen um den damaligen Sportvorstand Stefan Kuntz sowie Sportdirektor Claus Costa sahen das Aufstiegsziel in ernster Gefahr.

Claus Costa räumte später in einem Interview mit dem Portal transfermarkt.de ein: „Am Ende ist es nicht so aufgegangen, wie wir uns und sich auch Steffen das gewünscht haben.“ Die ursprüngliche Idee hinter Baumgarts Verpflichtung sei gewesen, „dass die Mischung aus der spielerischen Qualität des Kaders in Kombination mit Steffens positiver Emotionalität, Energie, seiner Idee vom Fußball und Intensität das entscheidende Puzzleteil sein kann, gepaart mit etwas weniger Ballbesitz“.

Polzin gelingt, was Baumgart verwehrt blieb

Als sich diese Vision nicht verwirklichte, übernahm Baumgarts ehemaliger Assistent Merlin Polzin die Mannschaft zunächst als Interims-, später als fest angestellter Cheftrainer. Dem 35-Jährigen gelang schließlich, was Baumgart und andere prominente Vorgänger auf dem HSV-Trainerposten nicht geschafft hatten: die lang ersehnte Rückkehr in die Bundesliga nach sieben Jahren Zweitklassigkeit. Mittlerweile hat Polzin mit dem HSV realistische Chancen, den Verbleib in der Erstklassigkeit frühzeitig zu sichern.

Kein Groll, nur Dankbarkeit

Groll hegt Baumgart wegen des plötzlichen Endes seiner Hamburger Zeit nicht. Im Gegenteil betont er: „Ich habe schon häufiger erwähnt, dass der HSV der Verein ist, für den ich schon immer einmal arbeiten wollte. Ich wollte nicht bei Bayern, Dortmund oder irgendeinem anderen großen Club arbeiten, sondern mein Wunsch war der HSV. Das durfte ich, das hat man mir ermöglicht.“

Dass es sportlich nicht so erfolgreich verlief, gehöre manchmal einfach zum Fußball. „Manche Dinge kann man nicht berechnen. Es war dennoch eine schöne, intensive und gute Zeit“, resümiert der ehemalige Stürmer. „Ich habe ein gutes Verhältnis zu den Mitarbeitern, der Stadt und ihren Leuten.“

Baumgart fügt hinzu: „Ich habe wirklich nichts Negatives von der HSV-Seite gehört, eher sogar noch einen gewissen Dank, als es mit dem Aufstieg geklappt hat. Das zeigt schon, dass nicht alles schieflief, auch wenn wir uns natürlich andere Ergebnisse gewünscht hätten.“

Anerkennung für die HSV-Entwicklung

Die nachfolgenden Entscheidungen des HSV – mit Polzin als Cheftrainer und der Rückkehr von Polzins Assistent Loic Favé – bewertet Baumgart als richtig, da sie zum gewünschten Ergebnis geführt hätten. „Da kann man nur gratulieren. Es ist für alle das Beste herausgekommen“, erklärt er anerkennend.

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Den Aufstieg im Mai vergangenen Jahres habe er mit Freude erlebt. „Ganz generell haben doch alle darauf gewartet, dass so ein Verein wieder zurück in der Bundesliga ist“, sagt Baumgart. „Und ich bin mir relativ sicher, dass ich keinen vergessen habe, zu dieser Leistung zu gratulieren.“

Neue Heimat bei Union Berlin

Nur sechs Wochen nach seinem Aus in Hamburg gelang Baumgart der persönliche Aufstieg, als er Cheftrainer bei Union Berlin wurde. Der Verein aus Köpenick ist seine zweite große Fußball-Liebe – dort spielte er selbst und avancierte zum Fanliebling, dort lebt er mit seiner Familie, und seine Frau arbeitete lange für den Club.

In der vergangenen Saison sicherte Baumgart mit Union frühzeitig den Klassenverbleib, und auch in dieser Spielzeit sieht die Situation vielversprechend aus. Wenig überraschend wurde im Januar sein Vertrag mit den Berlinern verlängert.

Nach 21 Spieltagen in dieser Saison belegen die Berliner derzeit den neunten Tabellenplatz – mit drei Punkten Vorsprung vor dem Tabellenelften HSV, der allerdings ein Spiel weniger absolviert hat. Allerdings kommt Union mit einer Serie von sechs Spielen ohne Sieg in die Hansestadt.

Fokus auf das nächste Spiel

„Mir nützt es nichts, irgendwelche Ziele auszugeben, sondern mit dem HSV steht das nächste Spiel vor der Tür, und wir sollten alles daransetzen, dieses zu gewinnen“, betont Baumgart mit Blick auf die anstehende Begegnung. „Wir müssen eine sehr gute Leistung bringen, um eine Chance zu haben. Denn wir treffen auf eine Mannschaft, die endgültig dabei ist, sich mit ihren Leistungen und ihrer Spielgestaltung in der Bundesliga zu etablieren.“