Bayer Leverkusen: Drittes Führungsverschulden in Folge alarmiert
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und sind mehr als nur alarmierend. Bayer Leverkusen konnte im laufenden Kalenderjahr lediglich sieben Siege aus insgesamt neunzehn Pflichtspielen erringen. Besonders gravierend: Aus den letzten neun Partien gelang nur ein einziger Erfolg. Zum nunmehr dritten Mal in Folge verspielte die Werkself in der Bundesliga eine klare Führung und verschenkte dabei wertvolle Punkte. Die Spiele in Freiburg (3:3), gegen Bayern München (1:1) und zuletzt in Heidenheim (3:3) kosteten das Team insgesamt sechs Zähler. Diese konstante Unfähigkeit, Vorteile über die volle Spielzeit zu sichern, stellt die Qualifikation für die Champions League ernsthaft in Frage.
Malik Tillman mit deutlicher Kritik
Malik Tillman, der 23-jährige US-Nationalspieler, der in Heidenheim das 1:0 erzielte, äußerte sich nach dem Spiel unverblümt gegenüber BILD. "Das ist einfach nur peinlich", sagte der Mittelfeldspieler. "Wenn man auswärts drei Tore schießt, sollte es eigentlich reichen, um zu gewinnen." Doch weit gefehlt. Tillman analysierte den deutlichen Leistungseinbruch nach der Halbzeitpause: "Wir haben in der ersten Hälfte sehr gut angefangen, in der zweiten haben wir alles verloren, vor allem die entscheidenden Zweikämpfe. Wir haben das Spiel hergegeben und den Gegner kommen lassen."
Kapitän Andrich übt Selbstkritik
Kapitän Robert Andrich, der durch ein Foul den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:2 verschuldete, zeigte sich selbstkritisch. "Da sieht man – in der Bundesliga kannst du gegen keine Mannschaft im Schongang spielen, das funktioniert nicht", so der 31-Jährige. "Auch wenn es in der ersten Hälfte ganz schön aussah, du musst über 90 Minuten so spielen. Das haben wir zum wiederholten Male nicht hinbekommen. Wir lernen nicht daraus. Am Ende musst du das Spiel 3:2 gewinnen und darfst nicht noch das 3:3 bekommen. Das zeichnet eine Spitzenmannschaft aus."
Trainer Hjulmand ohne überzeugenden Plan?
Die Realität sieht jedoch anders aus. Leverkusen ist derzeit weit davon entfernt, ein echtes Top-Team zu sein. Trainer Kasper Hjulmand gelingt es nicht, die dringend benötigte Konstanz in die Leistungen seines Teams zu bringen. Die fehlende Stabilität und eine besorgniserregende Fehleranfälligkeit gefährden das erklärte Saisonziel der Champions-League-Qualifikation zunehmend. Sportdirektor Simon Rolfes hatte vor dem Duell in Heidenheim betont: "Jedes Spiel in der Liga ist jetzt wie ein Finale" – es bleiben noch sieben entscheidende Partien.
Nach dem Abpfiff in Heidenheim erklärte Hjulmand: "Wir werden die vier Punkte Rückstand jagen, wir sind bereit für diese Situation." Doch bei genauerem Hinhören klingen die Worte des dänischen Trainers längst mehr nach Durchhalteparolen denn nach einem überzeugenden strategischen Plan. Die fehlende Lernfähigkeit aus vorangegangenen Fehlern und das wiederholte Verspielen von Führungen werfen ernste Fragen zur mentalen Stärke und taktischen Ausrichtung des Teams auf.



