Platzverweis in Leverkusen: Bayern-Stürmer Jackson sieht Rot nach hartem Foul
In der 42. Minute des Bundesliga-Spiels zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München kam es zu einer folgenschweren Szene. Der 24-jährige Mittelstürmer Nicolas Jackson räumte Leverkusens Martin Terrier mit einem harten, späten Einsteiger und offener Sohle gegen den Knöchel ab. Schiedsrichter Christian Dingert zeigte zunächst Gelb, doch nach Intervention des Video-Assistenten und erneuter Bildschirmkontrolle folgte die logische Konsequenz: die Rote Karte für den Bayern-Angreifer.
Als Jackson langsam den Platz verließ, blickte er auf die Videoleinwand der BayArena, um die verbleibende Spielzeit zu erfassen. Beim Stand von 0:1 musste der FC Bayern fortan zu zehnt agieren. An der Seitenlinie nahm Trainer Vincent Kompany den Spieler kurz in Empfang, bevor dieser in die Kabine geschickt wurde.
Kompany und Eberl äußern sich deutlich zur Roten Karte
Bayern-Trainer Vincent Kompany ließ nach dem 1:1-Unentschieden keine Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung: "Über diese Entscheidung gibt es keine Diskussionen. Über andere Sachen danach schon." Seine Anspielung bezog sich jedoch nicht auf Jackson selbst, der vor seinem Foulspiel selbstbewusst, wenn auch ohne Torerfolg, aufgetreten war.
Sportvorstand Max Eberl zeigte sich deutlich kritischer gegenüber dem Verhalten seines Spielers: "Er müsste da nicht mehr so hingehen." Gleichzeitig versuchte er, Jacksons Aktion im Kontext zu sehen: "Drei Tage später bist du der Depp, weil du eine Rote Karte kassierst - im Willen einen Zweikampf zu führen, wo er zu spät kommt und den Knöchel trifft. Er ist darüber am Unglücklichsten. Das ist dieser Fußball, der ist einfach gnadenlos."
Folgen für Jackson und den FC Bayern
Eberl äußerte die Hoffnung auf eine möglichst kurze Sperre: "Gegen Union wird er nicht dabei sein, vielleicht kriegt er noch ein zweites Spiel und dann ist er wieder dabei." Beim anstehenden Spiel gegen Union Berlin fehlen dem FC Bayern damit neben Jackson auch Jonathan Tah (fünfte Gelbe Karte) und Luis Díaz nach seiner Gelb-Roten Karte.
Besonders bitter für Jackson: Der Senegalese hatte sich gerade als Vertretung für Toptorjäger Harry Kane etabliert und in den vorherigen Spielen gegen Mönchengladbach (4:1) und Atalanta Bergamo (6:1) getroffen bzw. stark präsentiert. Es war der zweite Platzverweis eines Bayern-Spielers unter Trainer Kompany in der Bundesliga – der erste seit dem 8. März 2025, als Joao Palhinia gegen Bochum vorzeitig vom Platz musste.
Eberl betonte trotz der Enttäuschung Jacksons weiterhin Bedeutung für die Mannschaft: "Nico hat uns immer wieder geholfen und wird uns auch noch zum Ende der Saison helfen mit seinen Einsatzzeiten. Deswegen sind wir froh, dass er bei uns ist in dieser Saison." Nächstes Jahr wird Jackson jedoch nicht mehr für den FC Bayern auflaufen, da die vereinbarte Kaufpflicht von 65 Millionen Euro bei 40 Pflichtspielen nicht mehr greifen kann.
Der Leihstürmer war Ende August für eine Rekord-Leihgebühr von 16,5 Millionen Euro vom FC Chelsea geholt worden und sollte eigentlich die Offensive des Rekordmeisters verstärken. Nach seinem Fehltritt in Leverkusen muss Jackson nun abwarten, wie lange die Sportgerichtsbarkeit ihn sperren wird – und wie schnell er zurück in die Mannschaft findet.



