Nach dem 1:1 (0:1) im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales zwischen dem FC Bayern München und dem FC Barcelona hat Bianca Rech, Direktorin der Bayern-Frauen, deutliche Kritik an der Schiedsrichterin Ivana Martincic geübt. Die Unparteiische hatte in der Partie insgesamt acht Karten verteilt, darunter zwei Rote. „Ich weiß nicht, wie viele Karten es waren, die sie am Ende da verteilt hat wie Smarties“, sagte Rech empört. Auch sie selbst erhielt in der Schlussphase eine Gelbe Karte, weil sie sich zu vehement beschwert hatte.
Kontrollverlust in der Schlussphase
Rech warf der Schiedsrichterin vor, die Kontrolle über das Spiel verloren zu haben. „Sie hat aus meiner Sicht die Kontrolle über das Spiel verloren am Schluss“, so Rech. Besonders die Rote Karte gegen Bayern-Trainer José Barcala konnte sie nicht nachvollziehen. „Vor allem, weil die Begründung war, dass er das ganze Spiel protestiert hätte. Und da muss ich ganz ehrlich sagen, das kann ich nicht nachvollziehen“, erklärte Rech.
Rote Karte nach Zopf-Ziehen
Grund für die Emotionen in der Schlussphase war die Rote Karte für Torschützin Franziska Kett. Diese hatte in einem Zweikampf am Zopf ihrer Gegenspielerin gezogen. Die sogenannte Zopf-Thematik war bereits im vergangenen Sommer im EM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Frankreich aufgekommen, als Kathrin Hendrich ebenfalls nach einem Zopf-Ziehen die Rote Karte sah.
Rech fordert Diskussion über Zopf-Regel
„Diese Roten Karten gilt es aus meinen Augen grundsätzlich im Frauenfußball zu diskutieren“, sagte Rech. „Wenn man eben sieht, dass Spielerinnen Haare bis zum Gesäß haben und Franzi aus einer natürlichen Bewegung nach dem Trikot greifen will, und dann an die Haare irgendwie kommt – ich finde das ist ein Thema, wo man die Roten Karten, oder speziell diese Rote Karte, diskutieren muss.“ Rech wünscht sich, dass dieser Aufreger aktiv angegangen wird. Ihrer Ansicht nach sei es ein Unterschied, ob man einer Spielerin am Oberkopf an den Haaren reißt oder ob man unten an die Haare kommt, wenn man nach dem Trikot greift. Diese Nuance müsse diskutiert werden.



