Bayern muss im Prinzenpark auf Trainer Kompany verzichten
Für den FC Bayern steht ein außergewöhnliches Champions-League-Halbfinale bevor. Trainer Vincent Kompany wird im Hinspiel bei Paris Saint-Germain am 28. April nicht an der Seitenlinie stehen dürfen. Der Belgier hat nach seiner dritten Gelben Karte im laufenden Wettbewerb eine Sperre erhalten und darf den Innenraum des Prinzenpark-Stadions während der Partie nicht betreten.
Kompany nimmt Situation mit Humor
Vincent Kompany versuchte, die ungewöhnliche Situation mit Galgenhumor zu nehmen. "Vielleicht kann ich mich in der ersten Halbzeit einfach neben Luis Enrique setzen", scherzte der Bayern-Coach nach dem Viertelfinalerfolg gegen Real Madrid. Doch bis zum PSG-Trainer wird er gar nicht erst durchkommen – Kompany wird auf der Tribüne Platz nehmen und per Headset mit seiner Coaching-Crew verbunden sein.
Assistent Danks übernimmt mehr Verantwortung
Besonders Assistent Aaron Danks, Kompanys engster Vertrauter, rückt in den Vordergrund. Zusammen mit den Co-Trainern Floribert Ngalula und René Maric muss er die operative Führung während des Spiels übernehmen. "No Vinnie, no party?" – diese Frage stellt sich für Bayern in diesem europäischen Spitzenduell tatsächlich.
Kompany kritisiert Schiedsrichterentscheidung
Der gesperrte Trainer zeigte sich von der harten Bestrafung wenig begeistert. "Ich finde die Entscheidung nicht richtig – wenn man sieht, was auf dem Platz passiert, wie viele Leute meckern und was sagen", erklärte Kompany bei DAZN. Die Gelbe Karte erhielt er in der 42. Minute des Spiels gegen Real Madrid, nachdem er ein Foulspiel von Antonio Rüdiger an Josip Stanisic moniert hatte.
Schiedsrichter Slavko Vincic sah dies anders und zeigte Kompany die dritte Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb. "Meine Worte waren nicht falsch", verteidigte sich der Belgier seine Reaktion.
Eberl überrascht von Trainer-Sperre
Sportvorstand Max Eberl zeigte sich zunächst überrascht von der ungewöhnlichen Situation. "Wir haben gesagt: 'Großartig, kein Spieler ist gesperrt' – und jetzt ist der Trainer gesperrt? Um Gottes Willen!", kommentierte er die Nachricht. Dennoch bleibt er zuversichtlich: "Gerade freue ich mich extrem, da wird Vinnie eine Lösung hinbekommen. Ja, es ist ärgerlich, aber es trübt meine Freude nicht groß."
Mannschaft zeigt sich unbeeindruckt
Die Bayern-Spieler lassen sich von der Abwesenheit ihres Trainers nicht verunsichern. Kapitän Manuel Neuer betonte: "Das ist so eine Situation, die tangiert uns jetzt nicht auf dem Spielfeld." Auch Innenverteidiger Jonathan Tah zeigte sich gelassen: "Natürlich wollen wir ihn an der Seitenlinie haben, aber er vertraut auch seinem Staff ganz gut, dass sie es gut machen. Und er wird uns trotzdem vor dem Spiel vorbereiten können."
Tah verwies auf die Erfahrung der Mannschaft: "Wir haben gezeigt, dass wir in schwierigen Momenten mit schwierigen Situationen ganz gut umgehen können. Und so werden wir es bei dem Spiel auch machen."
Vorbereitung und Ausblick
Welcher Assistent Kompany offiziell als Trainer ersetzt, steht noch nicht fest. "Wir werden in den nächsten Tagen darüber nachdenken", erklärte der Belgier. "Ich mache mir da aber keine Sorgen. Es bleiben die Spieler, die das Spiel entscheiden."
Für Bayern geht es darum, im Prinzenpark ein gutes Ergebnis zu erzielen, um im Rückspiel am 6. Mai in der Allianz Arena gute Ausgangsbedingungen zu haben. Dort darf Kompany seinen Trainerjob wieder aktiv ausüben. Bis dahin lautet die Devise: Ohne Kompany – für Kompany.



