Bayern siegt deutlich, doch die Effizienz lässt zu wünschen übrig
Beim klaren 4:0-Heimsieg gegen Union Berlin am 22. März 2026 in der Allianz Arena schraubte der FC Bayern München seine beeindruckende Torstatistik weiter nach oben, doch gleichzeitig offenbarten sich bedenkliche Nachlässigkeiten in der Chancenverwertung. Während die Münchner ihre Torbilanz auf nunmehr 97 Treffer in der laufenden Saison verbesserten und damit kurz vor dem historischen Rekord von 101 Toren aus der Spielzeit 1971/1972 stehen, ließen die Offensivstars mehrere hundertprozentige Möglichkeiten ungenutzt.
Kanes kurioser Fehlschuss und die mangelnde Effizienz
Besonders auffällig war der denkwürdige Last-Minute-Fehlschuss von Stürmerstar Harry Kane in der 89. Spielminute. Der 32-jährige Brite stürmte allein auf Union-Keeper Frederik Rönnow zu, entschied sich jedoch für einen zu lässigen Lupfer, der links am Pfosten vorbeitrüdelte. "Ich habe wahrscheinlich die schwierigste Chance des Spiels genutzt - und die leichteren vergeben. So ist das Leben eines Stürmers", kommentierte Kane selbstironisch seine Leistung.
Doch nicht nur der englische Nationalspieler zeigte sich ineffizient. Auch Serge Gnabry, der zwar einen Doppelpack erzielte, sowie Lennart Karl mit einem Pfostenschuss ließen beste Gelegenheiten aus. Sportdirektor Christoph Freund gab zu bedenken: "Heute wären noch zwei, drei Tore mehr möglich gewesen."
Historischer Rekord in Reichweite trotz Schönheitsfehlern
Die Torflut der Bayern in dieser Saison bleibt dennoch beeindruckend. Mit nun 97 erzielten Treffern benötigen die Münchner nur noch fünf Tore, um den 53 Jahre alten Allzeit-Rekord zu brechen. "Das wäre etwas Historisches und für die Mannschaft etwas ganz Besonderes", betonte Freund. Bei der aktuellen Torquote könnte dieser Meilenstein bereits im nächsten Bundesligaspiel in Freiburg am 28. Spieltag fallen.
Die Statistik spricht für sich:
- 22 Tore in den letzten sechs Spielen
- 31 Torschüsse allein im Spiel gegen Union Berlin
- Gegenüber nur fünf Torabschlüssen der Berliner
Warnschuss vor dem Champions-League-Duell mit Real Madrid
Was gegen den defensiv orientierten Gegner Union Berlin ohne Konsequenzen blieb, könnte sich im bevorstehenden Viertelfinale der Champions League gegen Real Madrid jedoch bitter rächen. Die "abgezockten Königlichen" sind bekannt dafür, solche Nachlässigkeiten eiskalt zu bestrafen.
Mittelfeldspieler Leon Goretzka zeigte sich der Herausforderung bewusst: "Wir wissen, dass auch Spiele kommen werden, wo wir weniger Chancen haben - und da wollen wir dann alle Chancen nutzen." Auch Trainer Vincent Kompany nahm seine Offensivabteilung zwar in Schutz, betonte aber gleichzeitig die Notwendigkeit von Effizienz in entscheidenden Momenten.
Kanes persönliche Rekordjagd und das Triple-Ziel
Parallel zum Mannschaftsrekord verfolgt Harry Kane eine weitere historische Marke. Dem Stürmerstar fehlen nur noch zehn Tore, um Robert Lewandowskis Rekord von 41 Treffern in einer Bundesligasaison zu übertreffen. Mit einem Augenzwinkern meinte Kane: "Ende April wissen wir mehr. Ein Hattrick und ein paar Doppelpacks könnten reichen."
Die beiden deutlichen Siege gegen Atalanta Bergamo im Achtelfinale der Champions League (6:1 und 4:1) haben den Glauben an das Triple weiter gestärkt. Die Bayern zeigen sich selbstbewusst, müssen jedoch ihre Effizienz in entscheidenden Momenten steigern, wenn sie sowohl national als auch international ihre ambitionierten Ziele erreichen wollen.
Die Viertelfinal-Duelle gegen Real Madrid am 7. und 15. April werden den wahren Test darstellen, ob die Münchner ihre Nachlässigkeiten abgelegt haben oder ob diese sich im entscheidenden Moment doch noch rächen werden.



