Bischofs große Chance: Letzter WM-Test gegen Bergamo
Der Donnerstag ist für mehrere Bayern-Profis von entscheidender Bedeutung. Nationalelf-Kandidaten, die sich ihrer Nominierung von Bundestrainer Julian Nagelsmann für die beiden WM-Testländerspiele in Basel gegen die Schweiz am 27. März und drei Tage später in Stuttgart gegen Ghana nicht wirklich sicher sein können, werden ihr Handy schon ab dem späten Mittwochnachmittag kaum aus der Hand legen. Nagelsmann ruft an? Im Fokus stehen dabei der Flügelspieler Lennart Karl (18), der nach zwei U21-Länderspielen im Herbst auf seine erste Berufung ins A-Team hofft, und vor allem Tom Bischof.
Ein Länderspieler in Warteposition
Der 20-jährige Bischof absolvierte im Juni letzten Jahres bereits ein Länderspiel als Einwechselspieler beim 0:2 gegen Frankreich, wurde danach jedoch vier Mal bei den U21-Junioren eingesetzt. Und jetzt, nur knapp drei Monate vor der WM in Nordamerika? "Ich bin mit Julian Nagelsmann im Austausch, nicht nur wegen der WM oder der Nominierung – aber ich muss auch auf Donnerstag warten und lasse mich überraschen", sagte Bischof am Dienstagnachmittag an der Säbener Straße. Eine entscheidende Gelegenheit, sich nachdrücklich zu empfehlen, hat der Linksfuß noch: im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwoch gegen Atalanta Bergamo.
Neue Rolle als Linksverteidiger
Bischof findet sich mittlerweile auch als Rechtsverteidiger wohl, doch da Alphonso Davies nach seinem Muskelfaserriss ausfällt, wird Bischof wohl als Linksverteidiger auflaufen. Eine für ihn neue Rolle, die er unter Trainer Vincent Kompany erlernen musste. "So erfahren bin ich noch nicht, da musste ich mich reinfinden. Da fühle ich mich jetzt auch wohl", sagte Bischof, der bereits als Rechtsverteidiger ("Da kann ich viel in die Mitte ziehen, zum Abschluss kommen, das Spiel anders gestalten") und auf seiner Stammposition als Sechser auflief. Die Flexibilität ist sein Trumpf, er sieht es "jetzt als Chance. Ich helfe, wo ich gebraucht werde. Aber am glücklichsten bin ich, wenn es auf der Sechs ist."
UNO-König und Teamgeist
Und wenn er, abseits des Platzes mit seinen Kumpels Karl und Aleksandar Pavlovic, Karten spielt: UNO. "Wir sind drei wilde Jungs, machen viele Späße. Dann klappt es auch auf dem Platz", sagte Bischof und betonte: "Bei UNO bin ich der Beste, ganz klar." Diese lockere Atmosphäre könnte sich als Vorteil erweisen, während die Spannung vor der Nominierung steigt. Beim UNO der King, aber beim DFB noch hintendran: Tom Bischof hofft noch auf das WM-Ticket, gegen Bergamo darf er sich beweisen. Die Augen von Bundestrainer Nagelsmann werden sicherlich auf ihm ruhen, während Bayern München in der Champions League um den Einzug kämpft.



