Ex-FIFA-Chef Blatter attackiert Infantino: „Die Fifa ist eine Diktatur!“
Der ehemalige FIFA-Präsident Joseph Blatter hat in einem brisanten Interview mit der „Sport Bild“ scharfe Kritik an seinem Nachfolger Gianni Infantino und dem Zustand des Fußball-Weltverbandes geübt. Der Schweizer, der selbst von 1998 bis 2015 an der Spitze der FIFA stand, wirft Infantino vor, wie ein Sonnenkönig zu regieren und sich total abzuschotten.
Blatter: Infantino regiert wie ein Sonnenkönig
„Er regiert wie ein Sonnenkönig. Ich habe aus der Fifa gehört, dass er nicht begrüßt werden will, wenn er in der Fifa-Zentrale auftaucht, was selten der Fall ist“, erklärte Blatter. Der Grund dafür sei angeblich ein Vorfall, bei dem jemand Infantino mit „Bonjour, Monsieur Blatter“ angesprochen haben soll. Blatter betonte jedoch: „Aber der Fußball wird auch Infantino überleben.“
Der 90-jährige Blatter, der im Zuge von Korruptionsermittlungen 2015 zurücktrat, zeigte sich empört über den aktuellen Zustand der FIFA. „Wer ist heute die Fifa? Sie besteht nur noch aus ihrem Präsidenten Infantino. Die Fifa ist eine Diktatur! Der Fifa-Rat mit fast 40 Personen hat nichts zu sagen“, so seine deutlichen Worte.
Kritik an Infantinos Verhältnis zu Donald Trump
Besonders heftig kritisierte Blatter das Verhältnis zwischen Infantino und dem US-Präsidenten Donald Trump im Vorfeld der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. „Natürlich wird sich Trump inszenieren, das macht er doch jetzt schon! Dafür braucht er seinen neuen Freund, den Fifa-Präsidenten Gianni Infantino“, sagte Blatter. Er fügte hinzu: „Wobei der Ausdruck 'Komplize' besser passt als 'Freund'.“
Blatter nimmt Infantino gegenüber Trump als hörig wahr. „Als unterwürfig“, bezeichnete es der langjährige FIFA-Boss. „Der Friedenspreis für Trump ist eine unverständliche Angelegenheit. Infantino biedert sich bei Trump an, weil er ihn braucht.“
Blatters umstrittene Vergangenheit und letztes Ziel
Blatters eigene Amtsführung bei der FIFA war hochumstritten und endete im Zuge von Korruptionsermittlungen. Trotzdem hat er nach jahrelangem Streit mit dem Verband noch ein großes Ziel: „Ich möchte auf dem Fifa-Kongress verabschiedet werden – ehrenhaft. Ich bin de jure nie zurückgetreten oder abgewählt worden, sondern habe mein Amt 2015 zur Verfügung gestellt“, erklärte er. „Mit einer ehrenhaften Verabschiedung wäre die Ära Blatter bei der Fifa endgültig vorbei.“
Die scharfen Angriffe des ehemaligen FIFA-Chefs unterstreichen die anhaltenden Spannungen innerhalb des Weltverbandes und werfen ein kritisches Licht auf die Führungsstrukturen unter Gianni Infantino.



