Ex-Fifa-Chef Blatter kritisiert Infantino und Trump: 'Totale Diktatur' im Fußball
Blatter kritisiert Infantino und Trump als 'totale Diktatur'

Ex-Fifa-Chef Blatter ruft zum Widerstand gegen 'totale Diktatur' auf

Der frühere Fifa-Präsident Sepp Blatter hat in einem scharfen Interview mit Radio Canada erneut Kritik an seinem Nachfolger Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump geäußert. Der 89-Jährige bezeichnete die aktuelle Situation im Weltfußballverband als 'schlimmer als früher' und warf eine 'totale Diktatur' vor, unter der Funktionäre mit 'Handschellen' zum Schweigen gebracht würden.

Blatter attackiert Trump und Infantino

Blatter kritisierte insbesondere die Einmischung von Donald Trump in die Planung der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Mexiko und Kanada stattfinden soll. 'Das Schlimmste, was der Fifa passiert ist', nannte er Trumps Drohungen, WM-Spiele aus demokratisch regierten Städten zu verlegen. Er verurteilte eine aus seiner Sicht 'diffamierende Politik gegenüber allem Fremden' in den Vereinigten Staaten.

Gegenüber Gianni Infantino äußerte Blatter scharfe Vorwürfe. Trotz eigener Vergangenheit mit Korruptionsskandalen während seiner Amtszeit von 1998 bis 2015 behauptete er, heute herrsche eine noch schlimmere Atmosphäre der Unterdrückung. 'Warum stehen wir nicht auf?', fragte er und forderte die Mitglieder des Verbands auf, sich gegen diese Zustände zu wehren, lehnte jedoch einen Boykott ab.

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Hintergrund und Kontroversen

Blatter selbst war während seiner Präsidentschaft mit zahlreichen Bestechungs- und Korruptionsvorwürfen konfrontiert worden. Im Dezember 2015 sperrte ihn die Fifa-Ethikkommission wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsführung für acht Jahre, später auf sechs Jahre reduziert. Dennoch betonte Blatter stets, 'mit sich im Reinen' zu sein.

Besonders empört zeigte sich Blatter über die enge Beziehung zwischen Infantino und Trump, die in der Verleihung des eigens geschaffenen 'Fifa-Friedenspreises' an den US-Präsidenten gipfelte. 'Niemand ist aufgestanden, um zu sagen, man solle diesem Zirkus ein Ende setzen', monierte er und kritisierte, dass es nicht Aufgabe des Weltverbands sei, solche Auszeichnungen zu vergeben.

Die Weltmeisterschaft 2026 ist für den 11. Juni bis 19. Juli geplant, und Blatters Aufruf zum Widerstand kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Fifa-Mitglieder noch Zeit hätten, 'etwas zu unternehmen'. Seine Äußerungen unterstreichen die anhaltenden Spannungen und Machtkämpfe im internationalen Fußball.

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