Bodö-Albtraum in Lissabon: Champions-League-Traum endet mit 0:5-Pleite
Die sensationelle Reise des FK Bodö/Glimt in der Champions League ist jäh zu Ende gegangen. Der norwegische Außenseiter unterlag im Achtelfinal-Rückspiel bei Sporting Lissabon mit 0:5 nach Verlängerung und verpasste damit den historischen Einzug ins Viertelfinale.
„Vier Nummern zu klein“: Knutsens harte Worte
Trainer Kjetil Knutsen ging nach der deutlichen Niederlage hart mit seiner Mannschaft ins Gericht. „Heute waren wir vier Nummern zu klein“, kritisierte der Coach des norwegischen Vizemeisters. Seine Elf habe ihre „Identität“ verleugnet und sei „dem Anlass nicht gewachsen“ gewesen. Knutsen beschrieb die Leistung seiner Spieler mit drastischen Worten: „Es war, als hätten wir den Kopf unter den Armen gehabt.“
Der Trainer übernahm die Verantwortung für das enttäuschende Abschneiden, betonte aber gleichzeitig, dass seine Mannschaft ihren „X-Faktor“ nie gefunden habe. Dieser hatte Bodö/Glimt zuvor zu sensationellen Siegen über Top-Clubs wie Manchester City, Atlético Madrid und Inter Mailand verholfen.
Historische Chance verpasst
Als erst zweite norwegische Mannschaft überhaupt hätte der FK Bodö/Glimt ins Viertelfinale der Champions League einziehen können. Die letzte und bisher einzige norwegische Mannschaft in dieser Runde war Rosenborg Trondheim vor 29 Jahren. Nach einer 0:2-Führung der Portugiesen nach einer Stunde Spielzeit „flogen bei uns die Sicherungen raus“, so Knutsen, der diesen Kollaps nicht erklären konnte.
Kapitän Patrick Berg gestand nach dem Spiel: „Wir waren eine schlechte Version unserer selbst, das fühlt sich hart an.“ Der norwegische Rundfunk sprach von einem kompletten „Kollaps“ der Mannschaft, während die Zeitung Verdens Gang die Enttäuschung zusammenfasste: „Es sollte ein Festabend werden – und endete als Albtraum.“
Sportings historisches Comeback
Auf der anderen Seite feierte Sporting Lissabon ein historisches Comeback. Nach einer 0:3-Hinspielniederlage in Norwegen gelang den Portugiesen als erst fünfter Mannschaft seit Neugründung des Wettbewerbs die Aufholjagd eines Rückstands von drei oder mehr Toren. Portugiesische Medien feierten den „epischen“ Turnaround, bei dem Lissabon „das Unmögliche“ möglich gemacht habe.
Der Lohn für Sporting ist der erst zweite Einzug in die Runde der letzten Acht des größten Europapokal-Wettbewerbs nach der Premiere 1983 im damaligen Landesmeisterpokal. Während in Lissabon gefeiert wird, müssen die Norweger die bittere Niederlage und die verpasste historische Chance verdauen.



