Box-Weltmeisterin Nina Meinke kehrt nach Bandscheibenvorfall und OP zurück in den Ring
Box-Weltmeisterin kehrt nach Bandscheibenvorfall zurück

Box-Weltmeisterin Nina Meinke kehrt nach schwerer Verletzung zurück

Die letzten Tage waren eine echte Herausforderung für Nina Meinke (33). Am Freitag tritt die Box-Weltmeisterin in der Hamburger Fischauktionshalle an, um ihre Titel der Verbände IBF und IBO zu verteidigen. Am Tag zuvor stand das offizielle Wiegen auf dem Programm – für das Federgewicht darf die Berlinerin maximal 57,1 Kilogramm auf die Waage bringen. „Das Wiegen ist immer der erste Kampf“, erklärt Meinke mit einem Lächeln. Doch ein weitaus größerer Kampf liegt bereits hinter ihr.

Der schwerste Kampf ihres Lebens

Rückblende: Am 10. Mai 2025 verteidigte Meinke ihren WM-Titel in Rostock durch einen Punktsieg über Daniela Romina Bermudez (36) aus Argentinien. „Ich hatte in der Vorbereitung bereits Schmerzen und immer wieder Probleme mit dem Rücken“, erinnert sich die Sportlerin. „Als dann die Spannung nachließ, hat es mich zwei Wochen später voll erwischt.“ Die Diagnose lautete: Bandscheibenvorfall!

„Ich hatte sehr starke Schmerzen und konnte im rechten Bein vom Knie abwärts nichts mehr spüren“, schildert Meinke die dramatische Situation. „Ich konnte meinen Fuß nicht mehr heben und nicht mehr richtig laufen. Zunächst holte ich mir eine Spritze und dachte, das wird schon wieder.“ Doch es wurde nicht besser.

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Die ernste Diagnose und die Operation

Als die Beschwerden zwei Wochen später unverändert blieben, suchte „The Brave“ – wie sie im Ring genannt wird – einen Spezialisten auf. „Der Arzt sagte mir: ‚Wir müssen dich morgen direkt operieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass alles wieder so wird wie vorher, liegt bei normalen Menschen bei 20 Prozent. Der Nerv war zu lange abgeklemmt.‘“

Der Nerv war so stark angeschwollen und gereizt, dass er in seinem Kanal keinen Platz mehr hatte. Bei der Operation mussten daher Bandscheibengewebe und ein Teil des Knochens entfernt werden. „Es war auf jeden Fall eine ernste Angelegenheit und ein echter Schock“, gesteht die Boxerin.

Die lange Rehabilitation

Nach dem Eingriff waren drei Monate absolute Schonung angesagt. „Ich durfte nichts über fünf Kilogramm heben. Das war eine echte Herausforderung“, gibt Meinke zu. „Normalerweise habe ich Hummeln im Hintern und hasse es, nach Hilfe zu fragen.“ Doch hier kam ihr eine glückliche Fügung zugute: Ihr Freund Philipp Micevski ist Sportmediziner und Fitnesstrainer, der erst im Februar mit seinem Studio neue Räume bezogen hatte.

„Philo hat mir bei der Rehabilitation sehr geholfen. Er gab mir die Übungen, die ich machen sollte. Stück für Stück haben wir aufgebaut und uns auf die Rumpfgegend konzentriert“, erklärt die Athletin. „Seit September bin ich vorsichtig ins Training eingestiegen und seit Dezember in der Kampfvorbereitung.“ Auch ihr Box-Coach Kay Huste passte das Programm an, strich Jogging-Einheiten und baute gelenkschonendere Übungen ein.

Der Weg zurück in den Ring

Inzwischen bereitet der Rücken Meinke keine Probleme mehr. „Wir haben mich so gut fitgemacht und vorbereitet, dass ich keine Bedenken mehr habe. Das ist komplett aus meinem Kopf raus“, betont die Boxerin. Nach dem Kampf mit der Waage konzentriert sie sich nun voll und ganz auf den WM-Kampf am Freitag gegen Dyana Vargas (34) aus der Dominikanischen Republik.

Bei der Faustkampf-Gala ihrer neuen Promotion „Ringside Zone“ verteidigt die Patentochter von Ex-Weltmeister Sven Ottke (58) ihren IBF-Gürtel zum zweiten Mal. Parallel geht es um den vakanten Titel der IBO. Ein beeindruckendes Comeback nach einer Verletzung, die ihre Karriere hätte beenden können.

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