Ein hitziges Kellerduell in der spanischen Segunda División ist am Sonntagabend völlig entgleist. Das Aragón-Derby zwischen der SD Huesca und Real Saragossa endete in einer Massenschlägerei, die von einem Faustschlag des Saragossa-Torhüters Esteban Andrada gegen Huesca-Kapitän Jorge Pulido ausgelöst wurde.
Faustschlag nach Platzverweis – Chaos in der Nachspielzeit
Auslöser der Eskalation war eine Szene wenige Minuten vor dem Abpfiff. Beim Stand von 1:0 für Huesca gerieten Pulido und Andrada verbal aneinander. Der bereits verwarnte Keeper schubste den Abwehrchef der Gastgeber – der Schiedsrichter zeigte daraufhin Gelb-Rot. Doch statt den Platz zu verlassen, brannten bei Andrada komplett die Sicherungen durch: Er stürmte erneut auf Pulido zu und versetzte ihm einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht. Binnen Sekunden entwickelte sich eine Massenrangelei zwischen beiden Teams.
VAR greift ein – weitere Rote Karten
Nach Beruhigung der Lage schaltete sich der VAR ein und deckte zwei weitere grobe Unsportlichkeiten auf. Saragossas Verteidiger Dani Tasende hatte zuvor ohne Ball einen Gegner getreten und wurde ebenfalls des Feldes verwiesen. Zudem identifizierte der Videoassistent einen weiteren Schlag: Huescas Torhüter Dani Jiménez hatte Andrada in der Rangelei nach dessen Boxhieb ebenfalls mit der Faust am Kopf getroffen. Auch Jiménez bekam Rot.
Kurioses Ende: Feldspieler im Tor
Durch die Platzverweise beider Torhüter mussten die Teams improvisieren. In den Schlussminuten standen mit Francho Serrano (Saragossa) und Pulido selbst (Huesca) zwei Feldspieler zwischen den Pfosten. Von einem „schwarzen Kapitel in der Geschichte des Aragón-Derbys“ schrieb die spanische Sportzeitung Marca, von einem „bedauerlichen Bild für den spanischen Fußball“.
Auf Andrada dürfte nun eine empfindliche Sperre zukommen. In Spanien wird über eine zweistellige Anzahl an Spielen diskutiert, was faktisch das Saison-Aus für den Torhüter bedeuten würde. Für Real Saragossa, tief im Abstiegskampf, wäre das ein weiterer herber Rückschlag. Das Team liegt mit 35 Punkten drei Zähler vom rettenden Ufer entfernt auf Abstiegsplatz 21. Huesca (36 Punkte) ist 19. und ebenfalls noch unter dem Strich.



