Braunschweig-Präsidentin fordert: Trainerinnen im Profifußball müssen Alltag werden
Braunschweig-Präsidentin: Trainerinnen müssen Alltag werden

Braunschweig-Präsidentin fordert Normalität für Trainerinnen im Profifußball

Nicole Kumpis, seit 2021 Präsidentin des Fußball-Zweitligisten Eintracht Braunschweig, sieht in der Berufung von Marie-Louise Eta zur ersten Cheftrainerin der Männer-Bundesliga beim 1. FC Union Berlin ein wichtiges, aber längst überfälliges Signal. Die strukturellen Rahmenbedingungen im deutschen Profifußball erschweren Frauen nach ihrer Ansicht jedoch weiterhin den Weg an die Seitenlinie.

Strukturelle Hürden statt fehlender Qualifikation

„Es mangelt nicht an fachlicher Kompetenz, sondern an den notwendigen strukturellen Voraussetzungen und echten Chancen“, erklärte Kumpis im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Niedersächsin betonte, dass eine stärkere Sichtbarkeit von Frauen in Führungspositionen entscheidend sei – sei es auf der Trainerbank, im Management oder in den entscheidenden Gremien der Vereine und Verbände.

Die persönliche Bekanntschaft mit Marie-Louise Eta ließ Kumpis die historische Ernennung besonders freudig begrüßen. Gleichzeitig mahnte sie: „Solche Schritte dürften im Jahr 2026 eigentlich keine Besonderheit mehr darstellen. Wir sind noch nicht dort angekommen, wo wir als Gesellschaft und Fußballfamilie sein sollten.“

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DFB-Initiative mit gemischter Bilanz

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) versucht seit 2021 mit seiner „Strategie Frauen im Fußball FF27“, die Teilhabe von Frauen im Fußball signifikant zu erhöhen. Die bisherigen Ergebnisse in den höchsten Spielklassen fallen jedoch durchwachsen aus.

In der Frauen-Bundesliga werden immerhin sechs von vierzehn Teams von Trainerinnen geführt. Bei den Männern sieht die Lage deutlich anders aus. Von den fünfzig Absolventen, die in den letzten drei Jahren die höchste deutsche Trainerlizenz, die sogenannte Pro-Lizenz, erhielten, waren lediglich zwei Frauen: Sabrina Wittmann vom Drittligisten Ingolstadt und Eva-Maria Virsinger, die die Bundesligaspielerinnen der TSG Hoffenheim trainiert.

Der DFB verweist darauf, im europäischen Vergleich mit insgesamt 31 ausgebildeten Pro-Lizenz-Trainerinnen führend zu sein. Die Diskrepanz zwischen dieser Zahl und der tatsächlichen Präsenz von Frauen in den Top-Positionen des Männerfußballs bleibt jedoch ein zentrales Problemfeld, das Initiativen wie die von Kumpis geforderte strukturelle Öffnung notwendig macht.

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