Die Legenden des FC Bayern München blicken mit gemischten Gefühlen auf das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Paris Saint-Germain. Während einige Ex-Stars zuversichtlich sind, warnt Paul Breitner vor den Defensivproblemen der Mannschaft.
Rummenigge setzt auf Teamgeist
Karl-Heinz Rummenigge, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bayern, zeigte sich im Gespräch mit der Münchner Merkur/tz optimistisch. „Um Großes zu erreichen, brauchst du die nötige Demut, echten Teamgeist und Selbstvertrauen. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft all das mitbringt: Sie hat Respekt vor Paris, weiß aber auch um ihre eigenen Stärken. Sie kämpft wie die Musketiere – einer für alle, alle für einen“, sagte Rummenigge vor dem Gigantenduell am Mittwoch um 21 Uhr.
Maier hofft auf weiße Weste
Torwart-Ikone Sepp Maier betonte: „Es wird auf alle Fälle ein Spiel auf Messers Schneide. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir ins Finale nach Budapest einziehen werden – aber leicht wird’s nicht.“ Der 82-Jährige hofft vor allem auf eine stabile Defensive: „Ich hoffe, dass Manuel Neuer und seine Vorderleute die Null halten. Wenn wir kein Gegentor kassieren, dann bin ich überzeugt, dass wir zum Finale nach Budapest fahren.“ Maier wies zudem auf eine besondere historische Parallele hin: „Sollte die Mannschaft von Vincent Kompany dann wirklich den Henkelpott holen, wäre es exakt 50 Jahre nach dem dritten Europapokal-Sieg hintereinander mit unserer 1974er-Mannschaft.“
Salihamidzic vertraut auf Heimvorteil
Hasan Salihamidzic, einst Champions-League-Sieger mit den Münchnern und ehemaliger Sportvorstand, geht nach dem denkwürdigen 4:5 im Hinspiel „fest davon aus, dass sich der FC Bayern durchsetzt. Mit dem zwölften Mann auf der Tribüne und der Allianz Arena als Festung haben wir einen klaren Heimvorteil. Unsere Spieler sind in allerbester Verfassung, sie gewinnen und drehen dabei sogar fast verlorene Partien.“
Breitner mahnt zur Vorsicht
Ex-Weltmeister Paul Breitner hingegen war weniger euphorisch. Für den Einzug ins Finale in Budapest am 30. Mai müsse „das besser klappen, was diese Saison so oft nicht geklappt hat bei Bayern – und über die grandiose Offensive immer wieder überstrahlt wurde: die Abwehrleistung“, sagte er. „Für das Niveau, auf dem man sich im Halbfinale der Champions League befindet, ist schon zu viel passiert. In der Bundesliga ist das immer überstrahlt worden von den drei grandiosen Stürmern vorne drin. Jetzt aber ist es – wie gegen Real – dramatisch aufgefallen.“



