Das Ende einer Ära: Brock Lesnars letztes Kapitel in der WWE
Nach mehr als zwei Jahrzehnten der Zerstörung und Dominanz steuert Brock Lesnar (48) offenbar auf sein finales Kapitel in der WWE zu. Sein Debüt in den Hauptshows feierte das „Biest“ am 18. März 2002 – und was folgte, war eine beispiellose Spur der Verwüstung: zahlreiche Titelgewinne, zerstörte Gegner und ein bleibendes Erbe des Chaos. Kaum ein Superstar hat die WWE über so lange Zeit so brachial und nachhaltig geprägt wie der 48-Jährige.
RAW heute Nacht: Der Anfang vom Ende?
Brock Lesnar ist für die heutige „RAW“-Episode in Atlanta angekündigt, die live ab 2 Uhr übertragen wird. Hinter den Kulissen heißt es, diese Ausgabe könnte den Beginn des finalen Aktes markieren. Seit Wochen kursieren Gerüchte über Lesnars bevorstehenden Abschied, und die heutige Show könnte erste konkrete Hinweise liefern.
WrestleMania-Pläne im Wandel
Ursprünglich sollte Lesnar bei WrestleMania am 18. und 19. April in Las Vegas auf den jungen Shooting-Star Oba Femi (27) treffen. Doch schwache Ticketverkäufe für das Großevent – sie liegen fast 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau – haben die WWE-Macher zum Umdenken gezwungen. Selbst kurzfristige Preisreduzierungen brachten keine spürbare Entlastung.
Infolgedessen wurden mehrere geplante Matches gestrichen, und die Suche nach einer gewaltigeren Match-Card läuft auf Hochtouren. Die Frage, ob Oba Femi der richtige Gegner für ein finales WrestleMania-Match von Lesnar ist, wird kontrovers diskutiert. Zwar war Femi bei NXT der unbestrittene Star, doch im Hauptkader hat er sich bisher nur mit weniger prominenten Gegnern herumgeschlagen.
Alternative Gegner und Gerüchteküche
Kurzfristig tauchte LA Knight als möglicher Alternativgegner in der Gerüchteküche auf, doch die Reaktionen der Fans blieben verhalten. Insider vermuten, dass die WWE das Gerücht selbst gestreut haben könnte, um die Stimmungslage zu testen. Das Ergebnis war eindeutig: Die Begeisterung hielt sich in Grenzen.
Umso spannender wird die heutige „RAW“-Ausgabe: Bleibt die WWE bei Oba Femi oder präsentiert sie eine große Überraschung? Die Entscheidung könnte wegweisend für Lesnars letzte Monate im Unternehmen sein.
SummerSlam: Das emotionale Finale?
Beim „SummerSlam“ in Minneapolis, Lesnars Heimatstadt, soll die letzte große Schlacht stehen – gegen keinen Geringeren als Gunther (38). Der Österreicher wird seit einem Jahr systematisch als „Karriere-Zerstörer“ aufgebaut. 2025 besiegte er Goldberg (59) und John Cena (48) in deren letzten Matches, und beim „Royal Rumble“ in Saudi-Arabien beendete er zudem die WWE-Karriere von AJ Styles (48).
Nun soll Lesnar folgen – Gunther als der Mann, der eine ganze Ära endgültig beendet. Doch ganz so einfach ist die Planung nicht, denn internationale Interessen spielen eine zunehmend wichtige Rolle.
Internationale Mega-Bühne als Option
WrestleMania 43 findet 2027 in Saudi-Arabien statt, und der dortige Scheich gilt als großer Lesnar-Fan. Intern wird spekuliert, dass man sich diese Option für ein „ultimatives Ende“ auf internationaler Mega-Bühne offenhalten möchte. Das würde bedeuten: Der emotionale Abschied von den US-Fans könnte beim „SummerSlam“ erfolgen, während das endgültige Kapitel erst später in Saudi-Arabien geschlossen würde.
Dosierter Einsatz und kontroverses Comeback
Auffällig ist, wie dosiert Lesnar zuletzt eingesetzt wurde. Nach zwei Jahren Funkstille kehrte er beim „SummerSlam“ zurück, zerstörte John Cena bei „Wrestlepalooza“, mischte bei der „Survivor Series“ mit und flog beim „Royal Rumble“ eher unspektakulär raus. Keine Dauerpräsenz mehr, sondern gezielte, explosive Auftritte charakterisieren seine aktuelle Rolle.
Doch schon sein Comeback im vergangenen Jahr war hochumstritten. Beim „SummerSlam“ in New Jersey brannte das Stadion, als nach dem Main Event zwischen Cody Rhodes und John Cena plötzlich seine Musik ertönte. Lesnar verpasste Cena einen F5, die Fans tobten – und gleichzeitig brodelte es hinter den Kulissen.
Image-Probleme und juristische Verwicklungen
Denn Lesnar war Teil einer laufenden Klage der ehemaligen WWE-Mitarbeiterin Janel Grant gegen Ex-Boss Vince McMahon (80). Es ging um schwere Vorwürfe rund um Machtmissbrauch und sexuelle Ausbeutung. Wichtig: Lesnar wurde nicht angeklagt, ist jedoch der einzige aktive WWE-Wrestler, der in der Klage namentlich erwähnt wurde.
Laut der im Januar 2024 eingereichten Klage soll McMahon Grant während Vertragsgesprächen mit Lesnar als „Lockmittel“ eingesetzt haben. Mehrere SMS belegten, dass McMahon intime Treffen in Aussicht gestellt hatte, um Lesnar zu einer Vertragsunterschrift zu bewegen. Die WWE war sich der Brisanz des Comebacks bewusst und strich beim „SummerSlam“ die seit Jahren obligatorische Pressekonferenz – offenbar, um kritischen Fragen der Medien aus dem Weg zu gehen.
Hochrisikospiel mit einer Legende
Mit dem geplanten End-Run spielt die WWE daher hoch. Sportlich ist Lesnar eine unbestrittene Legende und ein einmaliges Zugpferd, das über Generationen hinweg Fans begeistert hat. Image-technisch bleibt er jedoch eine permanente Belastungsprobe für das Unternehmen. Sein Abschied wird zweifellos groß inszeniert werden – die entscheidende Frage ist, ob die Fans am Ende wirklich auf seiner Seite stehen werden oder ob die kontroversen Begleitumstände seinen Abgang überschatten.
Die heutige RAW-Ausgabe aus Atlanta könnte erste Antworten liefern und den Weg für einen der bedeutendsten Abschiede in der Geschichte des Sports Entertainment ebnen. Nach 24 Jahren voller Extreme, Triumphe und Kontroversen steht Brock Lesnar vor seinem letzten Akt – und die WWE vor der Herausforderung, diesem einzigartigen Kapitel einen würdigen Abschluss zu verleihen.



