Bulgariens WM-Held Borislav Michajlow gestorben: Der Torwart mit dem legendären Toupet
Bulgariens WM-Held Borislav Michajlow gestorben

Nachruf auf einen bulgarischen Fußball-Helden

Die Fußballwelt trauert um Borislav Michajlow. Der legendäre Torwart der bulgarischen Nationalmannschaft, der 1994 mit seinem Team Weltmeister Deutschland sensationell aus dem WM-Turnier warf, ist im Alter von nur 63 Jahren verstorben. Sein Tod markiert das Ende einer Ära für den bulgarischen Fußball.

Die Ikone einer goldenen Generation

Borislav Michajlow verkörperte wie kaum ein anderer die goldene Generation des bulgarischen Fußballs in den 1990er Jahren. Mit seinem markanten Toupet, das er aufgrund frühen Haarausfalls trug, und im charakteristischen rot-gelb-schwarzen Trikot mit Spinnennetzmuster wurde er zur unverwechselbaren Figur. Hinter ihm stand eine Mannschaft voller Charaktere: Superstar Christo Stojtschkow, der Verteidiger mit dem traurigen Blick Trifon Iwanow, der ausgebuffte Yordan Letschkow und das magische Dreieck um Krassimir Balakow.

Der historische Triumph über Deutschland

Der größte Moment dieser bulgarischen Nationalmannschaft war zweifellos das Viertelfinale der WM 1994 in den USA gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland. Nachdem Lothar Matthäus per Elfmeter in Führung geschossen hatte, glich Stojtschkow in der 76. Minute aus. Nur drei Minuten später erzielte Letschkow das sensationelle 2:1 nach einem Kopfballduell gegen Guido Buchwald. Michajlow hatte bis auf den Elfmeter keinen weiteren Treffer zugelassen und damit maßgeblich zum historischen Sieg beigetragen.

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Bereits im Achtelfinale gegen Mexiko war Michajlow zum Helden geworden. Im Elfmeterschießen hielt er zwei Schüsse und sicherte so den Einzug ins Viertelfinale. Diese Paraden festigten seinen Ruf als sicherer Rückhalt der Mannschaft.

Karriere und spätere Jahre

Michajlows Karriere führte ihn durch mehrere europäische Stationen, darunter der FC Mulhouse in Frankreich, FC Zürich in der Schweiz, Belenenses Lissabon in Portugal und der FC Reading in England. Für die bulgarische Nationalmannschaft bestritt er insgesamt 102 Länderspiele, ehe er nach der WM 1998 zurücktrat.

Im Anschluss an seine aktive Laufbahn wandte sich Michajlow der Fußball-Administration zu. Vierzehn Jahre lang führte er als Präsident den bulgarischen Fußballverband und saß im Exekutivkomitee der UEFA. Trotz seiner Bemühungen gelang es nicht, den bulgarischen Fußball an frühere Erfolge anzuknüpfen.

Krankheit und Tod

Im vergangenen Jahr erlitt Michajlow einen schweren Schlaganfall, der ihn monatelang ins Koma versetzte. Am Dienstag ist er nun an den Folgen dieser langwierigen Erkrankung gestorben. Die bulgarische Nationalmannschaft erwies ihm noch am Vorabend die Ehre, indem sie im Testspiel gegen Indonesien mit 1:0 gewann – eine kleine Reminiszenz an jene Zeit, als Bulgarien unter Michajlows Mitwirkung das Gewinnen gelernt hatte.

Sein Vermächtnis bleibt untrennbar mit jenem WM-Turnier von 1994 verbunden, als eine bulgarische Mannschaft voller spezieller Typen die Fußballwelt in Staunen versetzte und Borislav Michajlow als ihr Torwart Geschichte schrieb.

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