Solidarität mit Marie-Louise Eta: Medienprofis verurteilen Sexismus gegen Union-Trainerin
Die Ernennung von Marie-Louise Eta zur Cheftrainerin des 1. FC Union Berlin hat nicht nur für sportliche Schlagzeilen gesorgt, sondern auch eine Welle der Unterstützung aus der Fußball- und Medienwelt ausgelöst. Nachdem die 34-Jährige Ziel sexistischer Kommentare in sozialen Netzwerken wurde, melden sich prominente Stimmen zu Wort und verteidigen den historischen Schritt des Berliner Bundesligisten.
„Gnadenlos dumme Menschen“: Frank Buschmanns klare Worte
Sky- und RTL-Kommentator Frank Buschmann (61) äußert sich unmissverständlich zu den Anfeindungen gegen Eta. „Was sind das für gnadenlos dumme Menschen, die sich gerade im Netz rund um Union Berlin und Marie-Louise Eta tummeln“, fragt der erfahrene Sportjournalist. Buschmann betont die fachliche Qualifikation der neuen Trainerin: Sie habe „alle Ausbildungen hervorragend absolviert“ und sei „eine absolute Fußball-Fachfrau“. Seine Aussagen unterstreichen, dass die Diskussion um Etas Position sportlich und nicht geschlechtsspezifisch geführt werden sollte.
Claudia Neumann: Aus eigener Erfahrung mit Hass konfrontiert
ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann (62) kennt die Herausforderungen, mit denen Frauen im Fußballgeschäft konfrontiert sind. Als erste Frau am Mikrofon bei einem EM-Spiel der Männer im Jahr 2016 wurde sie selbst regelmäßig Ziel von Hass und sexistischen Kommentaren. Neumann sieht in den Angriffen gegen Eta ein gesellschaftliches Problem: „Wir reden hier über gesellschaftliche Probleme: Hass im Netz, Frauenfeindlichkeit, der aggressive Umgang miteinander, an den wir uns fast schon gewöhnt haben“. Für die erfahrene Journalistin ist die Ernennung Etas ein wichtiger Schritt zur Gleichberechtigung, auch wenn der Weg dorthin noch Jahre dauern wird.
Ein historischer Schritt für den Fußball
Neumann feiert die Entscheidung von Union Berlin als „grandios“ und „charmanter, kluger und konsequenter Schritt von Präsident Dirk Zingler“. Sie ist überzeugt, dass Eta die Aufgabe meistern wird: „Es wird kein Misserfolg – sie wird die Aufgabe wuppen“. Die Beförderung stößt nach Neumanns Ansicht eine weitere Entwicklung im Fußball an und zeigt, dass Kompetenz und nicht das Geschlecht über Erfolg entscheiden.
Weitere Unterstützung aus der Fußballwelt
Auch andere bekannte Persönlichkeiten positionieren sich klar. Kult-Manager Reiner Calmund (77) betont bei RTL/ntv, dass sich die Zeiten geändert haben: „Fußball ist kein Männerstammtisch, Fußball ist ein knallhartes Profi-Geschäft“. DFB-Vizepräsidentin Celia Sasic (37) bringt es auf den Punkt: „Die Spieler möchten einfach Spiele gewinnen. Am Ende zählen die Ergebnisse“. Diese Aussagen unterstreichen, dass sportlicher Erfolg im Vordergrund stehen muss und nicht diskriminierende Vorurteile.
Die breite Solidarität für Marie-Louise Eta zeigt, dass sich im Fußball ein Bewusstseinswandel vollzieht. Während sexistische Kommentare im Netz weiterhin ein Problem darstellen, setzen Medienprofis und Fußballverantwortliche ein deutliches Zeichen für Respekt und Gleichberechtigung. Die Aufmerksamkeit sollte nun auf Etas Arbeit auf dem Platz liegen, wo sie ihre Kompetenz als Trainerin unter Beweis stellen kann.



