Das vorzeitige Ende einer BVB-Ära: Niklas Süles Abschied steht bevor
Bei Borussia Dortmund und Niklas Süle deutet alles auf eine baldige Trennung hin. Körperliche Probleme haben die aktuelle Spielzeit des Innenverteidigers massiv beeinträchtigt und seine hochgesteckten Ziele durchkreuzt. Die jüngsten Äußerungen von Trainer Niko Kovac lassen kaum Zweifel an den Plänen des Vereins.
Eine Saison voller Rückschläge und Verletzungen
Eigentlich plante Niklas Süle einen starken Neustart in dieser Spielzeit, um seinen Kritikern zu beweisen, dass er noch immer zur Weltspitze gehört. Vor etwas mehr als einem Jahr zeigte sich Trainer Niko Kovac überzeugt: „Wenn er gesund ist, dann, behaupte ich, ist er ein Spieler für die WM 2026.“ Doch ein Jahr später sind diese Hoffnungen verflogen.
Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Der 49-malige deutsche Nationalspieler kam in dieser Saison wettbewerbsübergreifend nur auf zehn Einsätze mit insgesamt 580 Minuten Spielzeit. Sein letzter Auftritt in der Champions League datiert vom 1. Oktober beim 4:1-Sieg gegen Athletic Bilbao. Faktisch spielt Süle in dieser Spielzeit keine bedeutende Rolle mehr.
Körperliche Gebrechen als ständige Begleiter
Die Liste der Verletzungen ist lang und beeindruckend zugleich:
- Muskelverletzungen
- Probleme mit den Zehen
- Rückenbeschwerden
- Zuletzt eine Oberschenkelzerrung
Aktuell absolviert der Innenverteidiger nur teilintegriertes Training. Kovac kommentierte die Situation nüchtern: „Du musst gesund sein, um deine ganzen Kapazitäten auch abzurufen.“ Die Saison sei „für uns und auch für ihn nicht einfach gewesen“. Dennoch blickt der Trainer vorsichtig optimistisch auf die verbleibende Zeit: „Aber da werden wir ihn versuchen in den nächsten zehn Wochen dementsprechend fit und gesund zu haben.“
Die finanziellen und sportlichen Gründe für die Trennung
Die Nennung des Zeitrahmens bis Saisonende ist bezeichnend – genau dann läuft Süles Vertrag aus. Nach Informationen wird der Verein den Vertrag nicht verlängern. Diese Entscheidung hat sowohl sportliche als auch finanzielle Hintergründe:
- Sportlich konnte Süle sein Potenzial in dieser Saison nicht abrufen
- Finanziell ist er als ablösefreie Verpflichtung vom FC Bayern der Top-Verdiener im Kader
Süles Berater Volker Struth bezeichnete die Saison seines Klienten als „holprig“, was angesichts der tatsächlichen Entwicklung noch als beschönigend gelten kann. In einem Podcast äußerte Struth jedoch weiterhin Vertrauen in die Fähigkeiten des Spielers: „Für mich ist er vom Potenzial nach wie vor der beste deutsche Innenverteidiger.“ Ein Karriereende hält er für „unwahrscheinlich“.
Kovacs ambivalente Abschiedsworte
Trainer Kovac, der Süle noch aus gemeinsamen Zeiten beim FC Bayern kennt, äußerte sich mit gemischten Gefühlen. Einerseits lobte er den Spieler überschwänglich: „Ich kenne ihn, er ist ein toller Fußballer, ein toller Typ. Er ist ein Junge, der ist geradeaus, ehrlich, offen, sehr einfühlsam.“
Andererseits verwies er auf die fußballerischen Qualitäten, die Süle im Training immer wieder zeige: „Was er mit dem Ball kann, in welcher Ruhe er das ausführt. Das ist schon gut. Solch einen Spieler brauchen wir.“ Diese Worte klingen nach großem Respekt, aber auch nach Abschied.
Die letzten Wochen einer BVB-Karriere
Für Niklas Süle bleiben bei Borussia Dortmund nur noch wenige Wochen, um zu zeigen, was in ihm steckt. Eine Art Abschiedstournee für einen Spieler, der einst als feste Größe für große Turniere galt und in seiner Blütezeit mit dem FC Bayern die Champions League sowie fünf Meisterschaften gewann.
Bei aller Anerkennung für sein Potenzial bleibt die bittere Realität: Seit Monaten kann Süle seine Qualitäten nicht mehr konstant abrufen. Die verbleibende Saisonzeit wird zur letzten Chance, Erinnerungen an bessere Zeiten wachzurufen und vielleicht noch einen würdigen Abschluss zu finden.
Die Wehmut ist spürbar, wenn man bedenkt, welches ungenutzte Potenzial in diesem Spieler schlummert. Doch im Profifußball zählen letztlich Leistung und Verfügbarkeit – zwei Faktoren, die in dieser Saison nicht für eine Vertragsverlängerung sprechen.



