Buckelwal befreit sich nach tagelanger Rettungsaktion von Ostsee-Sandbank
In der Nacht zum Freitag hat sich der vor Timmendorfer Strand auf einer Sandbank festsitzende Buckelwal endlich befreien können. Nach mehrtägigen intensiven Rettungsbemühungen gelang es dem Meeressäuger, mit Unterstützung einer speziell ausgehobenen Rinne ins tiefere Wasser der Ostsee zu schwimmen. Biologe Robert Marc Lehmann, der am Vortag persönlich zu dem Wal geschnorchelt war, bestätigte den erfolgreichen Schritt. Allerdings betont er nachdrücklich, dass das Tier damit noch lange nicht in Sicherheit sei.
Die aufwendige Rettungsoperation
Die beispiellose Rettungsaktion begann bereits am Montagmorgen, als der zwölf bis fünfzehn Meter lange Buckelwal auf der Sandbank entdeckt wurde. Sofort starteten umfangreiche Bemühungen, das beeindruckende Tier zu befreien. Nach einem gescheiterten Versuch mit einem kleinen Saugbagger am Dienstag setzten die Helfer am Donnerstag auf einen massiven Schwimmbagger. Dieser grub eine tiefe Rinne, die dem Wal den Weg ins tiefere Wasser ebnen sollte.
Meter um Meter kämpfte sich der Buckelwal am Abend durch diese künstlich geschaffene Passage. Unterstützt wurde die Operation schließlich auch von einem größeren Bagger an Land, nachdem eigens ein Damm aufgeschüttet worden war, um das schwere Gerät in Position zu bringen. Die Rettungskräfte versuchten zudem, das Tier mit verschiedenen Geräuschen wie Hupen, Trommeln und Rufen zu animieren. Der Wal selbst gab dabei immer wieder lautes Brummen von sich und zeigte sich deutlich aktiver als in den vorangegangenen Tagen.
Noch nicht am Ziel: Der lange Weg in die Nordsee
Obwohl der Buckelwal nun von der Sandbank frei ist, steht die eigentliche Rettung noch aus. Biologe Lehmann erklärt deutlich, dass dies lediglich ein kleiner Schritt in die richtige Richtung sei. Erst im Atlantik wäre der Wal wirklich zu Hause. Aktuell schwimmt das Tier laut Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in der Lübecker Bucht, wo es weiter draußen gesichtet wurde.
Für Timmendorfer Strand und die vielen Helfer endet die mehrtägige Aktion damit vorerst positiv. Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke berichtete, dass am Donnerstagabend nur noch wenige Meter bis zum tieferen Wasser fehlten, bevor die Rettungsbemühungen wegen der Dunkelheit abgebrochen werden mussten. Nun kommt es darauf an, dass der Meeressäuger im offenen Wasser bleibt und möglichst den Weg in die Nordsee findet, so die einhellige Meinung der Experten. Die Situation bleibt weiterhin kritisch beobachtet.



