Iran verhängt Reiseverbot für Nationalteams in als feindlich eingestufte Länder
Rund zweieinhalb Monate vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada hat der Iran seinen Nationalmannschaften und Sportvereinen ein umfassendes Reiseverbot auferlegt. Dieses Verbot gilt für alle Länder, die von der iranischen Regierung als „feindlich“ eingestuft werden. Die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtet, dass diese Maßnahme aufgrund von Sicherheitsrisiken für die Sportlerinnen und Sportler ergriffen wurde.
Hintergrund der Entscheidung
Die Entscheidung fällt in eine Zeit erhöhter Spannungen im Nahen Osten. Am 28. Februar begannen die USA und Israel mit Luftangriffen auf den Iran. Seitdem reagiert Teheran mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region. Diese Eskalation hat direkte Auswirkungen auf den Sport, insbesondere auf die geplante Teilnahme des Iran an der Fußball-WM im Sommer.
Auswirkungen auf die Fußball-WM
Die iranische Fußball-Nationalmannschaft soll bei der WM vom 11. Juni bis 19. Juli in der Vorrunde in Los Angeles gegen Neuseeland und Belgien antreten, gefolgt von einem Spiel in Seattle gegen Ägypten. Das WM-Quartier der Mannschaft wurde bereits in Tucson, Arizona, gebucht. Ob das Team tatsächlich anreisen kann, bleibt jedoch ungewiss. Nationaltrainer Amir Ghalenoei und sein Team stehen vor einer schwierigen Entscheidung.
Vergangenheit der iranischen Nationalmannschaften
Zuletzt sorgte die iranische Fußball-Nationalmannschaft der Frauen weltweit für Schlagzeilen. Beim ersten Gruppenspiel der Asienmeisterschaft in Australien Anfang März verzichtete die Mannschaft gegen Südkorea auf das Singen der Nationalhymne. In der Heimat wurden die Spielerinnen daraufhin als „Verräterinnen“ bezeichnet. Nach dem Turnier beantragten ursprünglich sieben Teammitglieder aus Angst vor Repressalien Asyl in Australien. Die meisten zogen ihre Anträge jedoch zurück, sodass nur zwei Spielerinnen in Brisbane blieben.
Weitere Konsequenzen
Das Reiseverbot betrifft nicht nur die Fußball-Nationalmannschaft, sondern alle iranischen Nationalteams und Sportvereine. Es unterstreicht die zunehmende Politisierung des Sports im Iran und die Herausforderungen, mit denen Athleten konfrontiert sind. Die internationale Sportgemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge, da sie die Integrität von Wettbewerben wie der WM gefährden könnten.



