Thüringenkolleg vor dem Aus: Rechnungshof kritisiert hohe Personalausgaben pro Schüler
Thüringenkolleg: Hohe Kosten pro Schüler führen zur Schließung

Thüringenkolleg steht vor der Schließung: Rechnungshof bemängelt exorbitante Personalausgaben

Der Thüringer Rechnungshof hat in einem aktuellen Prüfbericht die hohen Personalausgaben am Thüringenkolleg in Weimar scharf kritisiert. Die Zahlen sind alarmierend: Während die Ausgaben für Personal pro Schülerin oder Schüler an allgemeinbildenden Schulen im Schuljahr 2023/2024 auf 4.200 Euro gesunken sind, stiegen sie am Thüringenkolleg im gleichen Zeitraum auf 9.000 Euro an. Das bedeutet, dass die Kosten pro Kollegiat fast doppelt so hoch sind wie an regulären Schulen.

Prüfbericht offenbart gravierende Mängel

Der im Jahr 2025 erstellte Bericht wurde nun aufgrund der anhaltenden Debatte über eine mögliche Schließung der Einrichtung veröffentlicht. Die Prüfer kommen zu einem vernichtenden Urteil: „Trotz einer komfortablen Stellenausstattung verzeichnet das Thüringenkolleg einen überdurchschnittlich hohen Unterrichtsausfall und kann mehr als ein Drittel der Fächer in den Qualifikationsphasen seiner gymnasialen Oberstufe nicht anbieten.“

Das Thüringenkolleg ermöglicht Erwachsenen auf dem zweiten Bildungsweg innerhalb von drei Jahren das Abitur zu erlangen. Das Thüringer Bildungsministerium begründet die geplante Schließung mit den hohen Kosten bei gleichzeitig niedrigen Absolventenzahlen. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf rund eine Million Euro, während im vergangenen Schuljahr lediglich 25 Absolventen ihren Abschluss machten.

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Geringe Auslastung und unklare Zukunft

Der Rechnungshof moniert in seinem Bericht mehrfach die geringen Schülerzahlen. Die Einrichtung sei nur noch zur Hälfte ausgelastet. Zudem stellt die Behörde die grundsätzliche Notwendigkeit des Kollegs in Frage und fordert das Bildungsministerium zur Schließung auf. Diese Einschätzung diente dem Ministerium als Grundlage für die Schließungspläne, die jedoch von mehreren Landespolitikerinnen und -politikern kritisch gesehen werden.

Bildungsminister Christian Tischner (CDU) hat inzwischen konkrete Pläne für eine neue Struktur im zweiten Bildungsweg vorgelegt. Demnach soll das Thüringenkolleg an berufliche Gymnasien angegliedert, als eigenständige Einrichtung jedoch geschlossen werden. Im kommenden Schuljahr sollen letztmalig neue Kollegiaten aufgenommen werden. Alle aktuellen Schülerinnen und Schüler sollen ihren Abschluss planmäßig beenden können.

Die Debatte um die Zukunft des Thüringenkollegs zeigt die Herausforderungen des zweiten Bildungswegs in Thüringen. Während die Einrichtung vielen Erwachsenen eine wichtige Bildungschance bietet, stehen die hohen Kosten in keinem Verhältnis zur geringen Auslastung. Die geplante Schließung markiert somit das Ende einer Ära, während gleichzeitig neue Wege für die Erwachsenenbildung gesucht werden.

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