BVB gegen Bayern: Dortmund will nach CL-Debakel im Klassiker Wiedergutmachung leisten
Nach dem enttäuschenden Champions-League-Aus bei Atalanta Bergamo steht für Borussia Dortmund nun das Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern München an. Trainer Niko Kovac hat nach dem Debakel in Italien neue Zuversicht getankt und fordert von seinem Team eine deutliche Reaktion im deutschen Fußball-Klassiker.
Kovac: „Wir freuen uns drauf!“
Niko Kovac zeigte sich vor dem Spitzenspiel am Samstagabend im ausverkauften Signal-Iduna-Park optimistisch. „Die Stimmung im Training ist sehr gut, die Sonne scheint und sorgt bei allen für Glückshormone“, sagte der Dortmunder Trainer. Nach dem 1:4 in Bergamo, das das Aus in der Champions League bedeutete, betonte Kovac: „Was war, ist vorbei – und ich muss ehrlich sagen: Wir freuen uns drauf!“
Gegenüber dem enttäuschenden Auftritt in Italien müsse der BVB jedoch „ein ganz anderes Gesicht“ zeigen. Das Spiel gegen den Tabellenführer Bayern biete zwei wichtige Chancen: „Wir können mit einem Sieg einiges wieder spannend machen“, so Kovac mit Blick auf das Titelrennen in der Bundesliga. „Und wir könnten mit einem Sieg das, was wir im letzten Spiel an Reputation eingebüßt haben, wieder aufpolieren.“
Heimstärke gegen Bayern-Offensive
Borussia Dortmund ist in dieser Saison in Bundesliga-Heimspielen noch unbesiegt. Die letzte Liga-Niederlage im eigenen Stadion datiert vom 8. März 2025, als der BVB mit 0:1 gegen den FC Augsburg unterlag. Diese Serie möchte Kovac unbedingt fortsetzen, weiß aber um die Herausforderung: „Bayern München ist eine Topmannschaft, die uns alles abverlangen wird; wir müssen ein 100 Prozent gutes Spiel hinlegen, von der ersten bis zur letzten Sekunde – denn Bayern ist das Nonplusultra in Europa.“
Die Ausgangslage ist klar: Ein Sieg würde den Rückstand auf die Bayern auf fünf Punkte verkürzen und das Titelrennen neu entfachen. Eine Niederlage hingegen würde den Vorsprung der Münchner auf elf Punkte ausbauen – zehn Spieltage vor Saisonende wäre dies wahrscheinlich die frühe Meisterschaftsentscheidung.
Personelle Veränderungen bei beiden Teams
Die Borussen müssen auf Julian Ryerson verzichten, der in dieser Saison bereits elf Bundesliga-Tore vorbereitet hat und gelbgesperrt ist. Dafür kehrt Innenverteidiger Nico Schlotterbeck wohl in die Startelf zurück. Der 26-Jährige verpasste zuletzt wegen einer Gelbsperre und muskulärer Probleme vier Pflichtspiele.
„Schlotti ist bereit, von Beginn an zu spielen“, bestätigte Kovac. Schlotterbeck könnte auf jene Linksposition in der Dreierkette rücken, auf der Ramy Bensebaini in Bergamo keinen glücklichen Eindruck gemacht hatte und an drei Gegentoren beteiligt war.
Bayern möglicherweise ohne Neuer
Beim FC Bayern München steht die Einsatzfähigkeit von Kapitän Manuel Neuer in Frage. Zwar sehe es beim Torhüter nach auskurierter Verletzung „gut aus“, sagte Trainer Vincent Kompany am Freitag. Eine Einsatzmöglichkeit wolle er mit dem Routinier aber erst noch gemeinsam erörtern. „Vielleicht reicht es eher nicht“, so Kompany.
Neuer war wegen eines Faserrisses beim 3:2 gegen Eintracht Frankfurt von Jonas Urbig vertreten worden. Der 22-Jährige würde im Falle eines Neuer-Ausfalls auch gegen Dortmund im Tor stehen. Für den 39-jährigen Torhüter könnte es angesichts seines am Saisonende auslaufenden Vertrags die letzte Chance auf einen Einsatz gegen den Rivalen Dortmund sein.
Kompany: „Ein eigener kleiner Titel“
Für Bayern-Trainer Vincent Kompany steht die mögliche Meisterschaftsentscheidung nicht im Vordergrund. „Es ist ein Klassiker, für mich ist das immer ein eigener Titel“, sagte der Belgier. „Die Wahrheit ist: Diese Spiele sind dermaßen wichtig, dass es ein eigener kleiner Titel ist. Deswegen ist es für uns auch eine absolute Priorität, da zu gewinnen.“
Kompany betonte die Bedeutung des Rahmens vor dem Duell der langjährigen Rivalen: „Wir dürfen das schon so groß machen, wie es ist. Ich glaube, dass es wichtig ist für die Bundesliga, dass es auch ein richtiges Topspiel wird – und nicht nur zwei Mannschaften, die Angst haben.“
Die Bayern haben für das Champions-League-Achtelfinale Mitte März ausgerechnet den Dortmund-Bezwinger Atalanta Bergamo zugelost bekommen. Beim Hinspiel in München Mitte Oktober erlitt der BVB seine bislang letzte Bundesliga-Niederlage. Seit jenem 1:2 blieben die Dortmunder binnen gut vier Monaten in 16 Ligaspielen unbesiegt und kamen dabei auf elf Siege und fünf Unentschieden.



