Schon vor dem Hinspiel: BVB kritisiert Fan-Ausschluss in Bergamo scharf
Bereits vor dem Hinspiel zwischen Borussia Dortmund und Bergamo in der Champions League hat sich ein heftiger Streit um das Rückspiel in Italien entzündet. Der BVB übt scharfe Kritik an den Plänen des italienischen Klubs Atalanta Bergamo, bestimmte Dortmunder Fans vom Stadionbesuch auszuschließen. Hintergrund sind behördliche Sicherheitsmaßnahmen der Stadt Bergamo.
Behördliche Auflage betrifft Fans ohne deutschen Wohnsitz
Der italienische Verein hatte Borussia Dortmund informiert, dass an bestimmte Teile der BVB-Fans keine Tickets verkauft werden würden. Betroffen sind laut BVB-Angaben Fans, die nicht in Deutschland geboren wurden oder deren eingetragener Wohnsitz nicht in Deutschland liegt. Die Behörden befürchten, dass Ultras von Atalantas Rivalen Catania Calcio beim Spiel auftauchen könnten, die eine Fan-Freundschaft mit den BVB-Ultras pflegen.
Besonders pikant: Die Auflage der Stadt Bergamo wurde erst bekannt, nachdem der BVB die verkauften Eintrittskarten bereits personalisiert hatte. Dies stellt den deutschen Verein vor erhebliche organisatorische Probleme und wirft Fragen nach der Fairness des Verfahrens auf.
BVB spricht von "eklantantem Wertebruch" und Diskriminierung
In einer offiziellen Mitteilung reagierte Borussia Dortmund mit deutlichen Worten: "Teile unserer Fans auszuschließen, stellt für den BVB einen eklatanten Wertebruch und eine Form der Diskriminierung dar", heißt es in der Stellungnahme. Der Verein betont, dass dieser Schritt sowohl gegen die grundlegenden Prinzipien von Borussia Dortmund als auch gegen die gesamteuropäischen Werte des internationalen Fußballs verstoße.
Einen ähnlichen Ton schlug auch Dortmunds Fan- und Förderabteilung an. Vor dem Hinspiel demonstrierten die Fans mit einem Banner über die gesamte Breite der Südkurve ihre Solidarität mit den betroffenen Anhängern. Der Verein bekräftigte sein Ziel, allen Fans den Besuch des Auswärtsspiels zu ermöglichen.
Intensive Gespräche mit Bergamo und der UEFA laufen
Seit Tagen steht Borussia Dortmund in intensivem Austausch mit Vertretern von Atalanta Bergamo und der UEFA, um eine Lösung für das Problem zu finden. Nach Vereinsangaben verlaufen die Gespräche bisher konstruktiv, weshalb man von Seiten des Bundesligisten auf eine Einigung hofft. Der BVB setzt sich dabei nachdrücklich für die Rechte aller seiner Fans ein und betont die Bedeutung eines inklusiven Fußballerlebnisses.
Die Situation wirft grundsätzliche Fragen auf über den Umgang mit auswärtigen Fans bei internationalen Fußballspielen und die Balance zwischen Sicherheitsbedenken und Fan-Rechten. Der Fall zeigt, wie behördliche Maßnahmen in einem europäischen Kontext zu kontroversen Diskussionen über Diskriminierung und Gleichbehandlung führen können.



