Missbrauchsskandal bei Borussia Dortmund: Ermittlungen gegen Ex-Manager weiten sich aus
BVB-Missbrauchsskandal: Ermittlungen gegen Ex-Manager weiten sich aus

Missbrauchsskandal bei Borussia Dortmund: Ermittlungen gegen Ex-Manager weiten sich aus

Im Missbrauchsskandal bei Borussia Dortmund nehmen die Ermittlungen gegen einen ehemaligen Manager des Vereins immer größere Ausmaße an. Die Staatsanwaltschaft Hagen führt mittlerweile 17 Verfahren gegen den Ex-BVB-Funktionär Horst Jansen (87, Name geändert). Die mutmaßlichen Taten erstrecken sich über einen Zeitraum von den 1980er Jahren bis ins Jahr 2017.

Vorwürfe reichen bis 2017 zurück

Laut Berichten des Redaktionsnetzwerks Deutschland stehen der ehemalige Manager unter Verdacht, sexuellen Missbrauch und sexuelle Nötigung begangen zu haben. Die Vorwürfe wurden erstmals Anfang Oktober durch BILD öffentlich gemacht. Jansen soll seine Positionen beim BVB ausgenutzt haben, um sich an Jugendspielern und minderjährigen Fans zu vergehen.

Der Beschuldigte ließ die Anschuldigungen über einen Medienanwalt „in aller Deutlichkeit und Schärfe“ zurückweisen. Eine Vorstrafe liegt gegen ihn nicht vor. Die Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt seit November gegen den früheren Bundesliga-Manager.

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Durchsuchungen und beschlagnahmte Beweismittel

Kurz nach Beginn der Ermittlungen durchsuchten Polizeibeamte die Privatadresse des Ex-Managers in Herdecke, Nordrhein-Westfalen. Dabei wurden technische Geräte beschlagnahmt, die als mögliche Beweismittel dienen könnten. Wie BILD bereits im Februar berichtete, hat die Staatsanwaltschaft drei weitere Verfahren gegen Jansen bereits abgeschlossen.

Der Grund für die Einstellung dieser Verfahren: Die mutmaßlichen Übergriffe sind entweder verjährt oder galten zum angeblichen Tatzeitpunkt nicht als Straftat. Dies unterstreicht die Komplexität der Ermittlungen in historischen Missbrauchsfällen.

Hinweise an Borussia Dortmund seit Jahren bekannt

Nach Recherchen von BILD waren Vorwürfe gegen Jansen beim BVB spätestens seit April 2010 bekannt. Damals wandte sich ein früherer Jugendspieler über einen Anwalt an den Verein und schilderte in einem fünfseitigen Protokoll sexuelle Übergriffe, die Jahrzehnte zurücklagen.

Der BVB erklärt heute, man habe den Vorfall sehr ernst genommen, doch die Vorwürfe hätten sich damals nicht erhärtet. 2018 meldete sich ein weiteres mutmaßliches Opfer, wie E-Mail-Korrespondenzen belegen. Trotz dieser Hinweise durfte Jansen, zuletzt Ehrenmitglied des Vereins, seine Vereinsämter und einen Minijob beim BVB behalten.

Verein reagiert mit Ausschluss und Aufarbeitung

Erst im Jahr 2023 schloss Borussia Dortmund den Ex-Manager nach erneuten Hinweisen aus dem Verein aus. Im November kündigte der BVB eine unabhängige Aufarbeitung der Vorwürfe an und bat Betroffene um Mithilfe und Hinweise.

Ein Vereinssprecher teilte mit, dass die externen Untersuchungen mit der beauftragten Kanzlei weiterlaufen. Dabei kooperiere man eng mit der Staatsanwaltschaft Hagen. Diese Zusammenarbeit soll sicherstellen, dass alle Aspekte des Falls umfassend aufgeklärt werden.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und die interne Aufarbeitung des Vereins zeigen, wie schwerwiegend die Vorwürfe sind. Der Fall wirft Fragen nach der Verantwortung von Sportvereinen im Umgang mit Missbrauchsvorwürfen auf und unterstreicht die Notwendigkeit transparenter Aufklärungsprozesse.

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